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Neuburg

13.11.2018

Stadtwerke: Hinter den Kulissen rumort es

Hinter den Kulissen rumort es bei den Neuburger Stadtwerken.
Bild: Johannes Graf (Archiv)

Jetzt ist es offiziell: Die Stadtwerke Neuburg haben 2017 rund 3,4 Millionen Euro Miese gemacht. Der Rest wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt.

Rund 3,4 Millionen Euro Verlust in 2017 – das sind die ebenso nüchternen wie erschreckenden Zahlen, die am Dienstagabend im Werkausschuss offiziell präsentiert wurden. Unter Vorbehalt wurden die Zahlen bereits in der Werkausschusssitzung im Oktober bekannt gegeben (wir berichteten), aber offensichtlich herrschte noch einiges an Klärungsbedarf. Darauf deutete nicht nur eine kritische Nachfrage aus dem Kreis der Stadträte hin, sondern auch der Umstand, dass wesentliche Punkte des Jahresabschlusses im nichtöffentlichen Teil der Sitzung verhandelt wurden.

Stadtwerke Neuburg: So hoch ist der Verlust im Einzelnen

Die Fakten, die Wirtschaftsprüfer Christian Baumann von BKWP Wiedemann & Partner zum Jahresabschluss 2017 der Stadtwerke vor dem Ausschuss präsentierte, lesen sich wenig schmeichelhaft: Ausgaben von rund 47, 5 Millionen Euro stehen Einnahmen von rund 44, 1 Millionen gegenüber, macht ein Minus von 3,4 Millionen Euro. Die größten Negativposten sind hinter den Bädern (2,3 Millionen Euro) die Sparten Verkehr (700000 Euro), Gas (294000 Euro) und Strom (129000 Euro). Positiver Ausreißer sei einzig die Nahwärme, die nach nur fünf Jahren bereits ein Plus von rund 45 000 Euro verzeichnet. Das offizielle Fazit, das den Ausschussmitgliedern in der Sitzungsvorlage präsentiert wurde: „In Anbetracht der Verluste in den Sparten ist die Ertragslage insgesamt als nicht zufriedenstellend einzustufen.“

Stadtrat Ralph Bartoschek gingen die Ausführungen nicht weit genug: „Das Zahlenwerk ist ja sehr sachlich, aber da steckt noch keine Bewertung drin“, monierte er. Er forderte Begründungen dafür, warum das Betriebsergebnis der Stadtwerke 2017 so schlecht ausfiel: „Ich möchte beispielsweise wissen, warum sich die Versorgungssparten innerhalb eines Jahres von einem Plus in Höhe von 772000 Euro im Jahr 2016 auf ein Minus von 448000 in 2017 verschlechter haben?“ Florian Frank, stellvertretender Bereichsleiter Rechnungswesen bei den Stadtwerken, räumte ein: „Man wird das sehr genau analysieren müssen und Erträge, Netzentgelte, Personal- und Materialkosten auf den Prüfstand stellen.“

Mit dieser Antwort wollte sich Bartoschek nicht zufriedengeben: „Die Sache irgendwann zu analysieren ist mir zu wenig.“ Sollte es dabei bleiben, könne er den Bericht nur als „desolat“ bezeichnen. Stadtwerke-Chef Richard Kuttenreich erklärte, die schlechten Zahlen rührten von der Umstrukturierung her und seien daher nicht ihm und der jetzigen Führungsmannschaft zuzuschreiben. Er stellte in Aussicht: „Ab 2018 können wir es beeinflussen.“

Stadtwerke Neuburg: Spannend wurde es hinter verschlossenen Türen

Die eigentlich spannenden Punkte wurden dann kurzerhand in den nichtöffentlichen Teil verschoben. Die nämlich, in denen sich Bereichsleiter und Wirtschaftsprüfer dezidiert den Fragen der Ausschussmitglieder stellen sollten. Bartoschek hatte etwa wissen wollen, wie es zu der eklatanten Fehleinschätzung der Werkleitung kommen konnte, die in der Vergangenheit anstelle eines Minus von 3,4 Millionen lediglich ein Defizit von 2,3 Millionen in Aussicht gestellt hatte. In seiner Stellungnahme machte er zudem deutlich, ohne einen entsprechenden Maßnahmenplan für die Zukunft, dem Oberbürgermeister und dem Werkleiter die Zustimmung zur Entlastung zu verwehren.

Norbert Specht, ein Bürger, der die Sitzung verfolgt hat, befand: „Die Titanic ist am Sinken.“ Die Stadtwerke hätten gegenüber 2012 vier Millionen Euro mehr an Personalkosten – „das ist das Problem.“

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