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Neuburg

14.11.2018

Stadtwerke: Weniger Busfahren, länger baden

Die Stadtwerke wollen sparen, daher sollen die Stadtbusse künftig nicht mehr so oft fahren.
Bild: Bastian Sünkel (Archiv)

Weil zu wenige Bürger den Bus nehmen, streicht die Stadt bei einzelnen Linien. Sammeltaxis sollen die Alternative sein. Dafür gibt es Änderungen beim Brandlbad.

Die Neuburger Stadtbusse sind nicht immer so voll, wie es sich die Betreiber wünschen würden. Darum soll bei einzelnen Linien eingespart werden, das wurde im Werkausschuss beschlossen. Im Gegensatz zum Brandlbad, da wird der Sparkurs, den man sich im vergangenen Jahr auferlegt hatte, wieder zu den Akten gelegt. Die verkürzten Öffnungszeiten würden sich im Verhältnis zu den Einsparungen nicht lohnen.

27000 Euro Ersparnis, dafür eine Menge unzufriedener Badegäste – eine Rechnung, die sich für die Stadtwerke auf Dauer offenbar nicht rechnet. Aufgrund der Rückmeldungen von Gästen habe man wegen der wechselnden und verkürzten Öffnungszeiten zudem das Besucherpotenzial des Jahrhundertsommers nicht vollständig ausnutzen können, hieß es in der Begründung. Anders ausgedrückt: Gäste wurden verprellt. Um das in Zukunft zu verhindern, kehrt die Stadt ab 2019 wieder zu den herkömmlichen Öffnungszeiten zurück, das entschied der Werkausschuss mit 8:5 Stimmen.

Brandlbad: Der Entschluss fiel nicht einstimmig

Der Entschluss fiel nicht einstimmig, da die Stadtwerke unter massivem Sparzwang stehen und einige Stadträte hierbei auch die Bädersparte in der Pflicht sehen. Wo dagegen mit einer großen Mehrheit für Sparmaßnahmen votiert wurde, waren die Busse. „Zeitweise sind Stadtbuslinien mit nur wenigen Fahrgästen unterwegs oder gänzlich leer“, berichtete Andreas Bichler, Bereichsleiter Zentrale Dienste und öffentliche Einrichtungen bei den Stadtwerken. Dies sei keine Eigenheit in Neuburg, sondern betreffe auch andere Städte.

Allerdings sei den Stadtwerken vorgeworfen worden, sie würden zu bestimmten Zeiten mit „Geisterbussen“ umherfahren. Um dem auf den Grund zu gehen, wurden Fahrgastzählungen erhoben. Nichts Ungewöhnliches, wie Bichler sagte. Um das Defizit im ÖPNV zu verringern, würden ständig Linien auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüft. Ergebnis: Besonders in den Morgenstunden und am Samstagnachmittag sind wenige bis keine Gäste in den Bussen. Daher wurden dem Werkausschuss eine Reihe von Gegenmaßnahmen vorgeschlagen.

Anstelle von zwei Bussen – wie bisher – werden die Linien 1 und 2 ab 6.30 Uhr in der ersten halben Stunde künftig nur noch von einem Bus bedient, und es sollen nur noch ausgewählte, mehr frequentierte Haltestellen angefahren werden. Welche das genau sind, wollen die Stadtwerke noch mitteilen. Zudem werden die Fahrzeiten der Busse auf den Linien 1 bis 3 an Samstagen massiv reduziert. Die Linie 1 fährt nur noch bis 13.37 Uhr statt bis 16.37 Uhr, die Linie 2 bis 13.40 statt bis 16:40 Uhr und die Linie 3 bis 13.48 statt bis 16.48 Uhr. Dies bedeute je Linie drei Stunden Einsparung.

Busse: So viel soll durch die Kürzungen gespart werden

In Summe könnten durch alle Maßnahmen rund 22000 Euro eingespart werden, erläuterte Bichler. Mit dem Betreiber des Anrufsammeltaxis (AST) sei bereits darüber verhandelt worden, die Kürzungszeiten der Stadtbusse mit dem AST aufzufangen. Die Kosten für die Verlängerung des AST um drei Stunden am Samstag bis 16 Uhr würden sich auf 5200 Euro im Jahr belaufen. Stadtrat Theodor Walter war mit den Vorschlägen nicht einverstanden: „27000 Euro Einsparungen beim Freibad sind zu gering, aber 22000 Euro bei den Bussen lohnen sich?“, fragte er. Auch dieser Vorschlag ginge zulasten der Bevölkerung – angesichts der allgemeinen Bestrebung, den Stadtbus auszubauen, eine für ihn nicht zielführende Maßnahme.

„Ich sehe das ganz anders“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Die Zeiten würden nicht gestrichen, sondern nur anders bedient. Winter hielt dagegen: Eine Fahrt mit dem Anrufsammeltaxi könne man nicht mit einer regulären Busanbindung vergleichen. „Einen Termin beim Sammeltaxi zu bekommen, ist manchmal gar nicht so leicht.“ Trotz allem entschied sich eine Mehrheit der Ausschussmitglieder für die Sparmaßnahmen. Stadtrat Fritz Goschenhofer verwies abschließend auf einen entscheidenden Unterschied zur Bädersparte: „Ins Freibad wollen die Leute rein, mit dem Bus sind sie nicht gefahren.“

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