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Stadtwerke: Wer hat Schuld?

Stadtwerke: Wer hat Schuld?
Kommentar Von Manfred Rinke
19.07.2019

Kann man Werkleiter Richard Kuttenreich allein für die betriebsbedingten Kündigungen verantwortlich machen?

Er kommt aus der freien Wirtschaft, tickt daher anders und handelt auch anders, als das in Behörden gemeinhin üblich ist. Richard Kuttenreich hat als Leiter der Stadtwerke eine Aufgabe bekommen, nämlich das gewaltige Nahwärmekonzept umzusetzen. Diese Aufgabe ging er mit aller Konsequenz an, strukturierte die Stadtwerke um, holte sich dafür das fehlende Fachwissen ins Haus und investierte was ging in diesen Umwandlungsprozess und das Großprojekt. Er gab Vollgas – bis ihn Oberbürgermeister und Stadtrat jetzt bremsten. Der rasante Stellenaufbau in Kombination mit dem abrupten Einbremsen hatte bittere Folgen für die Mitarbeiter, denen betriebsbedingt gekündigt werden musste.

Wer ist nun Schuld? Kann man Kuttenreich allein verantwortlich machen? Nein, das wäre zu einfach. Vielen Stadträten – und die meisten geben das auch offen zu – war das Geflecht bei den Stadtwerken zu kompliziert, um es zu durchschauen: Strom- und Gasgeschäft, Netzentgelt, städtische Steuervorteile wegen des an die Stadtwerke angedockten Draufzahlbereichs mit Bädern, Bussen und Tiefgaragen. War das schon unübersichtlich genug, blickte bei den zusätzlichen Investitionen für die Nahwärme kaum noch einer durch. Letztlich ist es so, dass mit der Nahwärme mittlerweile tatsächlich Geld verdient wird und sich auch die Investitionen in das Gas- und Stromnetz beginnen, auszuzahlen.

Hat Kuttenreich dann doch alles richtig gemacht? Zum zweiten Mal Nein. Die Umorganisation und die Investitionen in die Nahwärme mit allen Folgen hätten einfach weniger heftig erfolgen dürfen. Genauso hätten OB und Stadtrat früher die Notbremse ziehen müssen. Nun geht es darum, gemeinsam einen Weg in die Zukunft zu finden.

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