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Innenstadt

11.04.2015

Straßenklatsch

Der Stein des Anstoßes ist ein Straßenabschnitt von nur wenigen Metern. Soll der Teil des Schrannenplatzes für den Verkehr offenbleiben?
Bild: Bastian Sünkel

Die einen wollen den Schrannenplatz aufwerten. Die anderen fürchten um ihre Einnahmen, wenn die Autofahrer weg sind. Jetzt haben Anwohner Unterschriften gesammelt

Der Straßenabschnitt zwischen Marien- und Pferdstraße führt nur wenige Meter am Schrannenplatz entlang. Seit die Tage wärmer werden, flankieren ihn die Café-Besucher am „Zeitlos“. An den Gästen vorbei schieben sich in vertrauter Regelmäßigkeit: Autos. Wenn sich die Fahrzeuge auch langsam bewegen – die Neuburger Innenstadt ist Autofahrer-Zone. Und das soll sie auch bleiben, erklären rund 20 Geschäftsinhaber und Anwohner in einer Unterschriftenliste, die Alexander Neumeier und Anton Göbel Junior von der gleichnamigen Bäckerei am Schrannenplatz im Rathaus eingereicht haben.

Anlass für die Unterschriftensammlung ist ein Antrag, den der Verkehrsausschuss im Februar diskutierte. Stadtrat und Gastronom Manfred Enzersberger, der mit seiner Frau Edith das „Zeitlos“ betreibt, sprach sich zusammen mit Verkehrsreferent Bernhard Pfahler für eine Sperrung des Abschnitts – zumindest an Wochenenden – aus.

Alexander Neumeier besitzt ein Wohn- und Geschäftshaus in der angrenzenden Marienstraße und steht als Vermieter mit mehreren Geschäftsleuten am Platz eng in Kontakt. Ihn und die anderen Unterzeichner hat der Antrag beunruhigt: Die Ladeninhaber rechnen mit Umsatzeinbußen, sollte der Abschnitt für den Verkehr gesperrt werden.

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„Viele Kunden halten kurz mit dem Auto an, um sich bei der Bäckerei eine Brezen oder im Nähbedarfsladen einen Knopf zu kaufen.“ Die Unterzeichner befürchten, dass weniger Autofahrer den Weg durch die Innenstadt wählen, sollte der Abschnitt gesperrt werden.

Verkehrsfreie Plätze mögen in Großstädten funktionieren, aber Neuburg sei einfach zu klein. Das ist nicht sein einziger Einwand gegen den Antrag: Sollte der Abschnitt vor dem Café Zeitlos gesperrt werden, steige damit die Verkehrsbelastung in der Marienstraße, befürchten die Unterzeichner. Grundsätzlich müsse Allgemeininteresse vorherrschen. Das sei in diesem Fall nicht gegeben, meint Neumeier.

Obwohl der Verkehrsausschuss die Entscheidung vertagt hat, rechnen sich die Stadträte Enzersberger und Pfahler nur geringe Chancen für ihren Vorschlag aus. Unabhängig von der Unterschriftenliste, von der die Stadträte ähnlich überrascht waren wie die Unterzeichner vom Antrag. Für Verkehrsreferent Pfahler wäre die Sperrung ein „kleiner Schritt“ gewesen hin zu einer fußgänger- und radfahrerfreundlichen Innenstadt. „Ich bin immer noch dafür, dass der Abschnitt zumindest an Wochenenden gesperrt wird, um den Platz attraktiver zu gestalten.“ Dass deshalb den Läden die Kundschaft fern bleibt, glaubt er nicht.

Enzersberger erklärt, dass die Sperrung zudem die Bedienungen im Café Zeitlos schützen sollte. Weil sich der Außenbereich des Cafés auch auf den Schrannenplatz erstreckt, müssen die Angestellten ständig die Straße überqueren. Den kritischen Stimmen, dass er seine Position als Stadtrat für eigene Zwecke nutzen wollte, entgegnet er: „Ich denke nicht, dass eine Sperrung auch nur fünf Euro mehr Umsatz einbringt.“

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