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Neuburg

27.01.2015

Warum fehlt das Schloss Grünau?

Der Imagefilm der Stadt zeigt faszinierende Bilder von Neuburg aus der Luft und vom Boden. Nur eine Sehenswürdigkeit fehlt.
Bild: Stadt Neuburg

Der Karlsplatz ist drin. Die Donau auch. Das Stadtschloss, die Hofkirche, die Brunnen. Nur das Jagdschloss kommt nicht im Imagefilm der Stadt vor. Wer ist daran schuld?

Neuburg Keine Frage, der Film kommt an. Im Videoportal You Tube haben schon mehr als 6500 Besucher den Imagefilm der Stadt Neuburg geklickt. Wer das Video anschaut, reist darin über die Hofkirche, das Schloss, sieht einen Bub als Brunnenfigur beim Fischtransport, fliegt über die Donau und am Ende, ja, am Ende vermisst er einen der schönsten Flecken im Land.

Hat die Stadt Neuburg das Jagdschloss einfach vergessen?

Das Jagdschloss Grünau fehlt. Der Ort, an dem auch mal Touristen heiraten. Wo das „Auenzentrum“ seinen Sitz hat, um die Donauforschung voranzutreiben. Dort, wo die Gartentage sind und auch mal Konzerte. Hat die Stadt das prächtige Jagdschloss von Pfalzgraf Ottheinrich einfach vergessen?

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Vonseiten der Stadt kommt ein klares „Nein“. Ganz im Gegenteil: Man habe die Verwalter des Jagdschlosses – den Wittelsbacher Ausgleichsfonds – pünktlich wie alle anderen Sehenswürdigkeiten angeschrieben, die nicht im Besitz der Stadt sind. Das Schloss Grünau stand im Drehplan. Nur kurze Zeit später bekam die Stadt auch Antwort von den Wittelsbachern. Man könne gern dort drehen, wenn die Stadt bereit ist, dafür eine Gebühr zu zahlen. Auch nachdem Pressesprecher Bernhard Mahler den Verwaltern den Plan der Stadt, einen Werbefilm für Touristen zu drehen, erneut erklärt hat, bestanden die Wittelsbacher weiter auf die Gebühr. Obwohl für die Kosten des Films allein die Stadt aufgekommen wäre. „Wir sehen keine Notwendigkeit, für Werbemaßnahmen Geld zu bezahlen“, erklärt Mahler seine Entscheidung, nicht am Schloss zu drehen.

Wie hoch die Gebühr gewesen ist, kann er nicht mehr sagen. Das spiele auch keine Rolle. Dafür war kein Budget eingeplant – und offensichtlich hat niemand damit gerechnet, dass jemand Geld für eine kostenlose Werbeaktion verlangen könnte. „Von der Stadt ist deshalb niemand im Groll mit den Wittelsbachern“, sagt Mahler. Aber ein wenig schade ist es schon. Auch wenn die Touristen nicht merken werden, dass etwas fehlt.

Der Film ist in erster Linie für die Touristen gedacht

Zumindest derjenige, der Neuburg nicht kennt. Diesen Satz wiederholt Mahler in letzter Zeit häufiger. Es kämen immer wieder Menschen auf ihn zu, die sagen, dass dieses oder jenes im Film fehle. Er spricht dann über das Zeitbudget von drei Minuten und, dass der Film in erster Linie den Touristen gefallen müsse. „In einem Film für Menschen, die Neuburg nicht kennen, kann nichts fehlen“, sagt er dann und verbildlicht: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“ Der Fisch steht natürlich für die Touristen, die der Film nach Neuburg locken soll.

Dr. Harald Textor vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds konnte sich krankheitsbedingt bislang nicht zu dem Thema äußern. Der Catering-Service des Schlosses „Göbel & Deiml“ hat den Film nicht gesehen.

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