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Ingolstadt

19.11.2018

Wo die Gefahren im Netz lauern

Ein ganz schlimmer Finger im Dienste der Internet-Aufklärung: Erwin Markowsky zeigte, wie unsicher das Internet sein kann. Mit diesem Router knackte er erst einmal alle Handys, deren WLAN-Funktion eingeschaltet war. Er zeigte aber auch, wie man sich bestmöglich vor Hacker-Angriffen schützen kann.
Bild: Manfred Dittenhofer

Beim „Zukunftsforum Digitalisierung“ an der Technischen Hochschule Ingolstadt war auch ein Hacker vor Ort. Er erklärte, warum es so leicht sein kann, fremde Daten auszuspähen.

„Gestatten, mein Name ist Erwin Markowsky und ich bin Hacker.“ Und noch während dieser Herr Markowsky sich dem Auditorium vorstellte, hatte er schon die ersten Handys in der Aula der Technischen Hochschule gehackt. Hier ein Mikrofon aktiviert, dort die Kamera eingeschaltet. Bilder und Kontaktdaten heruntergeladen.

Beim „Zukunftsforum Digitalisierung“ in Ingolstadt gab es viel zu lernen

Am Samstag fand an der THI das „Zukunftsforum Digitalisierung“ statt. Dabei ging es um vieles. Unter anderem aber darum, wie die Digitalisierung unser Kaufverhalten beeinflusst. Und auch darum, welche Gefahren im Netz lauern.

Für Markowsky, Mitarbeiter der Firma 8com, ist es ein Einfaches, sich in fremde Handys zu hacken. Denn wenn an einem Mobiltelefon das WLAN aktiviert ist, sucht dieses unentwegt nach bekannten WLAN-Netzen. „Und nun komme ich mit meinem Router für gute 100 Dollar und sage ihrem Handy: Hey, ich bin dein Heim-WLAN, kannst mir ruhig vertrauen.“

Handys sind genauso leicht zu überlisten wie ihre Besitzer. Einmal gehackt, geben sie neben den Daten, wie Bilder und Kontaktdaten, auch ganze Identitäten frei. Und wenn ein Krimineller diese Identitäten erst einmal hat, kann er damit allerlei Unheil anrichten.

In Ingolstadt hatte der Hacker schnell viele Handys geknackt

Schnell kam der IT-Experte mit 25-jähriger Berufserfahrung, der im Auftrag von Unternehmen deren Netzwerke hackt und so auf Sicherheitslücken untersucht, auf gängige Fehler von Computer- und Handy-Nutzern zu sprechen. Zum Beispiel die Problematik von Passwörtern. „Woher wissen Sie, dass Verkaufsportale wie

Amazon

ihre Daten wirklich schützen? – Sie wissen es nicht.“ Ist aber die Identität auf einer Website erst gehackt, wird es spannend für den Verbrecher. Denn dieselben Nutzerdaten versucht der Dieb nun auf anderen Portalen.

Markowsky

zeigte, wie schnell ein Datendieb auf viele andere Portale zugreifen kann, wenn der Nutzer immer wieder dasselbe Passwort verwendet. In seinem Beispiel hatte er innerhalb von Sekunden Zugang auf Ebay-Konten, Bank- und Kreditkarten und in persönliche Webbereiche. Und der Verbrecher nutzte das Ebay-Konto des arglosen Inhabers, um unter dessen Namen Handys zu verkaufen. Zum ersten Mal gemerkt, dass etwas nicht stimmt, hat der Nutzer, als Rückzahlungsaufforderungen und Rechtsanwaltspost ins Haus flatterten und schließlich die

Polizei

vor der Tür stand. Der Tipp für Passwörter: Mindestens 15 Stellen lang, Groß- und Kleinschreibung plus Sonderzeichen. Und für jeden Zugang sollte es leicht verändert sein.

Spannender Exkurs in die digitale Welt beim Zukunftsforum in Ingolstadt

Am Handy sollten Bluetooth und WLAN nur aktiviert sein, wenn sie benötigt werden. E-Mails und auch Anrufe können manipuliert sein. Auch zum Enkeltrick hat Markowsky etwas zu sagen: „Der funktioniert viel besser, wenn das Telefon gehackt ist und bei dem Anrufer Nummer und Bild des „Enkels“ auftauchen.

Die Besucher des Zukunftsforums erlebten einen spannenden Exkurs in die Digitale Welt von Heute und Morgen. Die Professoren Christian Stummeyer von der THI und Thomas Setzer von der Universität Eichstätt-Ingolstadt zeigten beispielsweise, wie sehr Verkaufsportale im Internet das Einkaufverhalten beeinflussen.

In Workshops wurden die Stadt der Zukunft, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine und zwischen Umwelt und Technik sowie die Mitentscheidungsmöglichkeiten bearbeitet. Die vielen Teilnehmer zeigten das große Interesse an diesem Thema.

Denn die Digitalisierung hat bereits jeden erfasst. Ohne Handy, Computer und Internet funktioniert kaum mehr etwas. Selbst Haushaltsgeräte kommunizieren inzwischen im Netz.

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