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Ingolstadt
06.05.2022

Polizei warnt vor Fake News in sozialen Netzwerken

Die Kriminalpolizei Ingolstadt geht "Fake News" nach.
Foto: David Inderlied/dpa/Illustration

Im Internet kursieren Gerüchte, Ukrainer verteilten im Klenzepark in Ingolstadt vergiftete Bonbons an pro-russisch eingestellte Jugendliche. Was ist dran an der Behauptung?

Seit Kurzem kursiert in den sozialen Netzwerken ein Gerücht. In einem anonymen Post heißt es, Ukrainer würden vergiftete Bonbons an (pro-)russische Jugendliche verteilen. Und zwar im Klenzepark. Zwei Mädchen sollen deshalb auf der Intensivstation liegen – mit Spuren von Drogen im Blut. Eine Nachfrage bei der Polizei hat allerdings ergeben, dass diese Nachricht falsch ist.

Die Polizei versucht, die Verbreitung der Fake News einzuschränken

Ein User habe eine Audiodatei in russischer Sprache dem Polizeipräsidium Oberfranken gemeldet, erzählt Michael Graf, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Nachdem die fränkischen Polizisten recherchiert hatten, dass es nur einen einzigen Klenzepark in Deutschland gibt, und zwar in Ingolstadt, leiteten sie den Fall an ihre oberbayerischen Kollegen weiter. Die Polizei Ingolstadt ging der Sache nach und rief bei den Krankenhäusern in der Umgebung an, um zu erfragen, ob irgendwo gerade zwei Mädchen mit Vergiftungen behandelt würden. Das Ergebnis lautete: Nein, Fehlanzeige. Und auch sonst gebe es keinerlei Hinweise, dass die Behauptungen stimmen, so die Aussage der Polizei.

Mittlerweile ist nicht nur eine Audiodatei im Umlauf, auch Texte mit derselben Botschaft werden verbreitet, unter anderem auf Whatsapp, sagt der Pressesprecher. Die Polizei versucht nun, die Verbreitung der Posts weitestgehend einzuschränken. Zum Beispiel, in dem sie auf Twitter darauf hinweist, dass dies Falschmeldungen seien. Mit Erfolg, wie Graf berichtet. Das Kommentaraufkommen unter den „Fake News“ sei gering.

Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt

Obwohl die Chance, den Verantwortlichen oder die Verantwortliche zu finden, nicht besonders hoch sei, wie der Pressesprecher sagt, werde derzeit geprüft, ob eine Straftat vorliegt. Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft, unter anderem wegen Volksverhetzung.

Wie der Pressesprecher erklärt, handelt es sich beim Thema „Fake News“ nicht um klassische Polizeiarbeit. Solch ein Fall sei ungewöhnlich. Die Nachbar-Inspektionen in Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt und Pfaffenhofen haben laut Graf keine derartigen Vorfälle gemeldet. Die Posts beziehen sich also ausschließlich auf Ingolstadt.

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