14.10.2019

Bezaubernde Erotik-Show

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„Tits & Jazz“ haben das Publikum im Kinosaal in Oettingen überzeugt. Wie für die New Burlesque üblich, zeigen die Tänzerinnen viel Haut, lassen jedoch nicht alle Hüllen fallen.

Burlesque „Tits & Jazz“ ist eine prickelnd-frivole Revue mit erstklassig gesungenen Liedern und gelungenen Choreografien. Wieder ist der Kinosaal in Oettingen ausverkauft

Oettingen Bereits vor knapp zwei Jahren war der Kinosaal in der „Goldenen Gans“ bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Erotik-Show „Tits & Jazz“ in Oettingen gastierte. Diesmal präsentierten „Elsie Marley“ und ihr Ensemble ein komplett neues Programm und wieder mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden, um allen Besuchern Platz zu bieten. Deren Begeisterung zeigte, dass die Burlesque auch heute noch ihre Fans findet.

Dabei hatte diese Form des Unterhaltungstheaters ihre große Zeit in den „Goldenen Zwanzigern“ des letzten Jahrhunderts. Doch findet die bunte Mixtur aus Gesang, Tanz, Moderation und angedeutetem Striptease heute als „New Burlesque“ zunehmend wieder Anklang beim Publikum.

Im Mittelpunkt der Revue in Oettingen steht die exaltierte „Elsie Marley“, die zunächst als bieder gekleidete „Vertretung“ die Bühne betritt, dann jedoch beim Cher-Song „Welcome To Burlesque“ zum pompösen Vamp im Glitzerkostüm mutiert. Zudem beweist die Entertainerin beim erstklassig gesungenen „Bad Romance“ von Lady Gaga sowie einer eigenen Version von „Forever Young“ mit Ukulele-Begleitung ihre musikalischen Qualitäten.

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Wie in der Burlesque üblich, verleihen sich die Künstlerinnen eine charakteristische Bühnenidentität. So vereint die anmutige „Lotti Lieblich“ in gekonnter Weise Gesang, Striptease und Akrobatik, während der rothaarige andalusische Wirbelwind „Bana Banana“ zum Cure-Hit „Lullaby“ als Spinnenfrau „ein Netz aus dunkler Begierde webt“. Außerdem sorgt die liebreizende „Änna Who?“ als „Stage-Managerin“ zwar widerwillig für Ordnung auf der Bühne, singt und tanzt jedoch viel lieber zusammen mit ihrer Kollegin in sparsamer Strand-Bekleidung zum „Itsy-Bitsy-Strand-Bikini“-Lied.

Charakteristisch für die New Burlesque ist, dass die Tänzerinnen zwar viel zeigen, jedoch nicht alle Hüllen fallen lassen. Zudem entsprechen sie nicht den üblichen Schönheitsidealen mit Model-Maßen, geben sich auf der Bühne aber dennoch selbstbewusst und geizen nicht mit ihren Reizen.

Nach der Pause packen die Damen noch eine Schippe drauf: „Elsie Marley“ zeigt im Brezen-BH, dass ein bayerischer Schuhplattler durchaus erotisch sein kann, bevor die laszive „Bana Banana“ als verführerischer „blauer Engel“ „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ ist.

„Änna Who“ wiederum entledigt sich ihres schwarzen Abendkleids und ändert den Programm-Titel kurzerhand in „Tits & Ass“, während „Lotti Lieblich“ als verführerische Nixe eine ebenso akrobatische wie ästhetische Glanznummer hinlegt. Dazwischen viel Jazz und nackte Haut, bis das Quartett unter donnerndem Applaus zum Schlusslied „Wir sind Frauen“ eine erstklassige Choreografie zeigt.

Es ist eine abwechslungsreiche, unterhaltsame und pfiffige Revue, die das Münchner Ensemble auf die Bühne des Kinosaals bringt. Dass die Moderation mitunter Längen aufweist, so mancher Reißverschluss klemmt und die Technik nicht immer tadellos funktioniert, tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Dafür sind Gesang und Tanz der vier Diven qualitativ bemerkenswert, mit Charme und Humor schaffen sie eine prickelnde, erotisch aufgeladene Atmosphäre: ein wenig frivol und schrill, ein wenig sündig und verrucht, dazu gewagte Kostüme mit reichlich Glitzer, Seide und Federn.

Ein Mix, der vom Publikum begeistert aufgenommen wird – bei der Zugabe „What’s Going On“ singen alle aus Leibeskräften mit.

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