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Gesundheit

19.02.2015

Da hilft nur eins: Ab ins Bett

Die Zahl der bestätigten Grippefälle ist in den vergangenen fünf Wochen von vier auf 25 angestiegen.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Viele Menschen im Ries sind krank. Die Zahl der bestätigten Grippefälle ist schon jetzt deutlich höher als 2014.

Husten, Fieber, Halsschmerzen – viele Menschen im Ries sind derzeit krank. Und zwar nicht nur die Großen, sondern auch die Kleinen. In der Kindertagesstätte An der Deininger Mauer zum Beispiel waren in den vergangenen Wochen meist zehn Kinder gleichzeitig krank, sagt Kinderpflegerin Annika Schneider. Etwa 80 Mädchen und Buben besuchen die Einrichtung, drei Gruppen gibt es. Und auch die Erzieherinnen habe es getroffen, so Schneider. Zudem sei gerade Urlaubszeit: „Jetzt darf keiner mehr krank werden.“

In diesem Jahr sei es besonders schlimm, bestätigt die Sprecherin des Hausärzteverbandes, Dr. Claudia Völkl. Gleich drei verschiedene Viren machten den Patienten zu schaffen: ein Erkältungs-, ein Grippe- und ein Magen-Darm-Virus. Ganz viele Kinder habe es getroffen. „In den Altenheimen haben wir auch Fälle, aber dort sind die Menschen sehr gut geimpft.“ Häufig seien die Patienten auch mit Folgeerkrankungen in die Praxis gekommen – etwa mit einer Lungenentzündung. Solche Krankheitswellen gebe es allerdings alle paar Jahre, betont die Medizinerin.

Ob man krank werde, das liege an der persönlichen Konstitution. Von der Formel, man solle das Immunsystem stärken, hält die Nördlinger Medizinerin nichts. Denn schließlich wisse man auch nicht, wie man dessen Zustand messe. „Wir in der Praxis sind übrigens auch nicht häufiger krank.“ Wen das Magen-Darm-Virus erwischt habe, für den gibt es eine gute Nachricht: „Nach zwei Tagen ist es überstanden.“ Wichtig sei, erst acht Stunden nach dem letzten Durchfall oder Erbrechen wieder etwas zu essen, beispielsweise eine weiße Semmel.

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Für die Grippeerkrankten und diejenigen, die an einer Erkältung leiden, könnten die Mediziner relativ wenig tun, so Völkl: „Man kann das Fieber senken und die Schmerzen behandeln.“ Letztendlich gelte aber: ab ins Bett, Ruhe und viel Trinken. Welche Krankheit der Patient habe, das sei relativ leicht festzustellen: „Eine Erkältung beginnt schleichend, eine Grippe schlagartig.“ Wer sich also um 12 Uhr noch gesund fühle und am Nachmittag um 15 Uhr mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen im Bett liege, der habe eine Grippe. Und die sei auch noch ansteckend, bevor die ersten Symptome auftreten. Getestet werden die Patienten in der Praxis von Dr. Völkl übrigens nicht auf Grippe – denn die Krankheit sei bereits vorbei, wenn das Ergebnis da sei.

Dr. Rainer Mainka ist der Leiter des Gesundheitsamtes. Vor fünf Wochen habe es in der Region noch vier bestätigte Fälle von Grippe gegeben. Mittlerweile sei die Zahl auf rund 25 angestiegen. Wie viele Menschen im Kreis tatsächlich an dieser Krankheit leiden oder gelitten haben, könne man nicht genau sagen, so Mainka: „Jeder Arzt entscheidet selber, ob er testen lässt.“ Die Zahl sei deshalb nur ein „ungefährer Anhaltspunkt“. Eines kann der Mediziner allerdings sagen: „Es ist heftiger, als im vorigen Jahr.“ 2014 habe es lediglich sieben Grippeerkrankungen gegeben, die in einem Test nachgewiesen wurden. Besonders treffe es heuer junge Menschen – diejenigen, die noch nie geimpft worden seien. Gegen die Grippe müsse man sich jedes Jahr aufs neue impfen lassen, erklärt Dr. Mainka. Denn das Virus verändere sich ständig.

Die beste Zeit dafür sei Oktober oder November. Doch auch jetzt könne man sich noch dafür entscheiden. Denn der Schutz wirke nach sieben Tagen. Und Mainka sagt: „Der Gipfel der Grippewelle könnte noch nicht erreicht sein.“

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