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Rosetti-Festtage

30.05.2017

Ein Sahnehäubchen für Rosetti

Das Schloss Amerdingen bot bei den diesjährigen Rosetti-Konzerten eine idyllische Kulisse. Dicht gedrängt waren die Besucher im Salon der Grafenfamilie zu Gast, um einem Bläsertrio von drei jungen Musikerinnen zuzuhören: Charlotte Schleiss (Englischhorn, Saarländisches Staatsorchester), Antonia Zimmermann (Fagott, Nationaltheater Mannheim) und Bettina Aust (Klarinette, Augsburger Philharmoniker).
Bild: Ernst Mayer

Ein Bläsertrio gibt in idyllischer Kulisse ein Konzert, dessen Ursprung in einer Zugfahrt liegt

Unter den vielen Veranstaltungen der 18. Internationalen Rosetti-Festtage gab es zahlreiche Höhepunkte mit bedeutenden Künstlern in Orchestern und Ensembles. Dazu reihte sich beim dritten Konzert des diesjährigen Rosetti-Festivals in den Räumen des Schlosses Amerdingen der Auftritt eines Bläsertrios aus drei bereits sehr erfolgreichen Musikerinnen: der Solo-Oboistin des Saarländischen Staatsorchesters Saarbrücken, Charlotte Schleiss, der Solofagottistin des Nationaltheaters Mannheim, Antonia Zimmermann, und der Soloklarinettistin der Augsburger Philharmoniker, Bettina Aust.

Seit ihren Studienzeiten seien sie Freundinnen und deshalb für ein gemeinsames Zusammenspielen sehr motiviert, sagen sie. Ihr Engagement für ein Konzert in den Räumen des Schlosses Amerdingen sei aus einer Begegnung mit Johannes Moesus bei einer Zugfahrt entstanden, den sie als Musiker erkannt hätten, als er im Abteil Noten zu lesen begonnen habe. Das war sicher für beide Seiten und besonders auch für das Publikum in der „bel etage“ des Stauffenberger Schlosses ein Glücksfall, denn es erwiesen sich die drei jungen Damen als exzellente Virtuosinnen. Sie begannen mit der „Triosonate Nr. 1 Es-Dur“ von Johann Sebastian Bach, die er eigentlich für die Orgel geschrieben hat und von Stéphane Egeling für diese Besetzung arrangiert wurde. Insgesamt wirkte dieses Werk trotz eines völlig anderen Klanges in sich stimmig, und wie es sich bei vielen Bachwerken zeigt, in anderer Gestalt spannend und mit seinen ständigen harmonischen Wechseln musikalisch grandios.

Auch Antonio Rosettis Sonate C-Dur erfuhr eine Bearbeitung für diese drei Instrumente von Eberhard Buschmann, der diesem aparten Werk des ehemaligen Wallersteiner Hofkapellmeisters mit der bestens gelungenen Instrumentierung und Verteilung der Stimmen gewiss noch ein Sahnehäubchen aufsetzte. Ideal für diese Besetzung offenbarte sich „Cinq piéces en trio“ von Jaques Ibert, eine Originalkomposition als eine spektakuläre klangliche Palette im impressionistischen Stil (Manier) von faszinierender Farbigkeit. Eine ähnliche Kompositionsmanier pflegte Henri Tomasi, erkennbar in dem amüsanten Trio für Oboe, Klarinette und Fagott, in dem er eine Suite von Tanzsätzen in reichlich idealisierter Weise die Musik und Instrumente der Bauern nachahmte, eine Manier des französischen Adels zur Zeit Ludwigs XV.

Die zeitliche Länge von Beethovens „Trio C-Dur“, sein modulatorischer Reichtum und seine enormen spieltechnischen Anforderungen waren eine kräfteraubende Herausforderung, die das Trio in souveräner Manier bewältigte. Ob klare, schnelle Läufe im Anfangssatz oder eine großartige Intensität im ausdrucksvollen Adagio oder ein ungewöhnlich gestaltetes Menuett, das kam bei der im gräflichen Salon dicht gedrängten Zuhörerschaft sehr gut an, was der lang anhaltende Beifall bewies.

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