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Wirtschaft in Nördlingen

30.11.2019

Generationswechsel bei Pfleiderer: Ihr Papa ist auch ihr Kunde

Susanne Pfleiderer hat den Friseursalon von ihrem Vater Hans-Christian übernommen. 

Plus Susanne Pfleiderer übernimmt den Friseursalon von ihrem Vater Hans-Christian. Der Nördlinger Familienbetrieb hat heuer noch einen weiteren Grund zu feiern

Der Friseurberuf scheint bei dieser Familie in den Genen zu liegen: Nach ihrem Vater Hans-Christian Pfleiderer hat Susanne Pfleiderer vergangenes Jahr die Geschäfte im gleichnamigen Friseursalon übernommen. Davor haben bereits zwei weitere Generationen den Laden betrieben: Pfleiderers Vater hat den Betrieb von seinem Vater übernommen, dieser von seinem Großvater. Heuer feiert der Friseursalon sein 100-jähriges Bestehen.

Begonnen hat alles 1919 in der Basteigasse, sechs Jahre später zieht der Betrieb an den Brettermarkt. Seit Mitte der 30er Jahre ist Friseur Pfleiderer nun in der Deininger Straße. Im Laufe der Jahre wurde der Friseurbetrieb immer wieder erweitert und renoviert. Zuletzt 2018, als alle Waschanlagen herausgerissen und durch neue Sitze mit Massageeffekt ersetzt wurden.

Farbveränderungen und unterschiedliche Längen sind gefragt

Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur der Ort, sondern natürlich auch die Mode geändert. Und damit auch die Frisuren, die angesagt sind. Doch genau wie in der Mode wiederholen sich die Trends. Er hoffe, dass luftgetrocknete Dauerwellen nicht mehr kommen, sagt Hans-Christian Pfleiderer und lacht. Heutzutage seien vor allem Farbveränderungen, Balayage (Farbverläufe im Haar) und unterschiedliche Längen gefragt, sagt seine Tochter. Es werde auch viel mehr mit Glätteisen gearbeitet. Ihr ist noch etwas anderes aufgefallen: Die Kunden kommen inzwischen informierter als früher zu ihrem Termin. „Sie haben meist klare Vorstellungen und lernen auf YouTube, wie man Frisuren selber machen kann“, sagt Susanne Pfleiderer. Am schönsten sei es immer, wenn Kunden ohne eine konkrete Vorstellung zu ihr in den Laden kommen. Dann könne man immer zusammen überlegen, welche Frisur am besten passe. Ab und zu müsse sie Kunden auch von einer bestimmten Friseur abraten, sagt Susanne Pfleiderer.

Quasi im Salon aufgewachsen

Dass sie Friseurin werden und den Familienbetrieb übernehmen will, wusste sie schon früh. Genau wie ihr Vater ist Susanne Pfleiderer quasi im Salon aufgewachsen. Sie habe jedoch frei entscheiden können, welchen Beruf sie ausüben möchte, betont ihr Vater. Pfleiderer junior hat dann auch ihre Ausbildung im Familienbetrieb absolviert. Einen „Tochterbonus“ habe es jedoch nicht gegeben, sagen beide. Nach ihrer Ausbildung Susanne Pfleiderer hat dann einige Jahre Erfahrungen in München und Nürnberg gesammelt, bevor sie wieder im Familienbetrieb einstieg. Seit vergangenem Jahr hat sie nun immer mehr Geschäftsführeraufgaben von ihrem Vater übernommen. Zu Beginn sei es für sie eine Herausforderung gewesen, sich neben den Kunden auch um betriebswirtschaftliche Dinge zu kümmern, erinnert sie sich. Ihr Vater sagt, es sei ihm deshalb wichtig gewesen, dass die Geschäftsübergabe fließend verläuft und er seiner Tochter alles beibringen kann. Inzwischen hat sich Hans-Christian Pfleiderer immer mehr aus dem Geschäft zurückgezogen und ist nur noch zwei Mal in der Woche halbtags im Laden. Die Arbeit mit ihrem Vater sei sehr entspannt, sagt Susanne Pfleiderer.

Insgesamt acht Mitarbeiter sind im Familienbetrieb beschäftigt. Es werde von Jahr zu Jahr schwerer, Auszubildende zu bekommen, berichten Vater und Tochter.

Viel ändern möchte die Tochter nach ihrer Geschäftsübernahme nicht. Momentan laufe alles gut, sagt sie. Sie arbeite immer noch hauptsächlich mit Kunden zusammen. Die Organisation drumherum passiere eher in der Freizeit, sagt ihr Vater. Der ist auch manchmal Kunde und lässt sich von seiner Tochter die Haare schneiden.

Generationswechsel In unserer Serie stellen wir Geschäfte im Landkreis vor, bei denen die nächste Generation das Ruder übernommen hat.

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