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Kommentar

06.09.2013

Großeinsatz bei "Zwölf Stämmen": Zum Wohl der Kinder

Die Polizei hat 28 Mädchen und Jungen aus der umstrittenen Sekte "12 Stämme" mitgenommen. Das Amtsgericht Nördlingen hatte vorläufig das Sorgerecht wegen Hinweisen auf Kindesmissbrauch entzogen. Etwa 100 Beamte waren im Einsatz

Der Einsatz war richtig: Seit einem Jahr gibt es glaubhafte Berichte von Aussteigern, dass Kinder in der Sekte systematisch geschlagen, gedemütigt und isoliert werden.

Der deutsche Staat ist mit Eingriffen in Familien sehr zurückhaltend. Denn er stellt zu Recht das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Ein Entzug des Sorgerechts und damit eine Trennung von den Eltern ist das letzte Mittel, um Kinder zu schützen. Das geschieht nur, wenn massive Vorwürfe im Raum stehen.

Im Fall der Zwölf Stämme trifft das zu. Seit einem Jahr gibt es glaubhafte Berichte von Aussteigern, dass Kinder in der Sekte systematisch geschlagen, gedemütigt und isoliert werden. Gewalttätige Erziehung unter dem Deckmantel des Glaubens. Da können Behörden nicht zusehen. Mit der Aktion gestern wurde ein fortwährender Verstoß gegen das Grundgesetz beendet: Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit und körperliche Unversehrtheit. Die Kinder der Sekte haben dieses Grundrecht nicht.

Und doch bleibt ein unangenehmer Aspekt aufzuarbeiten: Die Sektenkinder sind zum Teil sehr klein. Sie werden die Welt nicht verstehen. Wahrscheinlich lieben sie ihre Eltern, auch wenn die sie prügeln. Die Kleinen müssen nun höchst professionell betreut werden.

Großeinsatz der Polizei bei der Glaubengemeinschaft "Zwölf Stämme" in Klosterzimmern (Kreis Donau-Ries) am 5. September 2013: Die Beamten nahmen alle Kinder der Gruppe mit.
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Polizeieinsatz bei den "Zwölf Stämmen"
Bild: Dieter Mack
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