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06.11.2019

Grüne fordern Nachhaltigkeitsstrategie

Die Fraktion Grüne/Frauenliste will erneut einen Antrag dazu in den Rat einbringen

Die Stadt Nördlingen will, wie berichtet, Fairtrade-Stadt werden. Der Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, Wolfgang Goschenhofer, meint, Nördlingen betrete damit nicht Neuland, schließlich hätten bayernweit bereits knapp 200 Städte den Titel erhalten oder sich zumindest darum beworben. Goschenhofer sagt: „Es darf nicht beim Kaffeetrinken bleiben. Nördlingen sollte sich als führender Akteur einer nachhaltigen Entwicklung positionieren und Vorreiter in der Region werden.“ Dafür müsse eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden, bei der auch Vereine, Initiativen, Schulen, Handwerk und Wirtschaft sowie Kirchen eingebunden werden sollten. Nachhaltigkeit sei eine stadtgesellschaftliche Aufgabe und müsse fundamental weiter als nur bis zum Titel einer FairTrade-Town gedacht werden. Goschenhofer verweist auf die bayerische Verfassung: „Demzufolge muss unser Handeln Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, demokratische Mitbestimmung, Menschenwürde und ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigen.“ Im Vordergrund müsse ein verantwortungsbewusstes Handeln stehen.

„Unsere Stadtratsfraktion hat bereits in einem Antrag vor zehn Jahren gefordert, dass bei städtischen Auftragsvergaben soziale und ökologische Kriterien maßgebend sind. Damals wurde dies von allen anderen Fraktionen zusammen mit dem Oberbürgermeister abgelehnt“, sagt Goschenhofers Fraktionskollegin Sonja Kuban. „Die Zeit war wohl noch nicht reif. Wir denken, nun ist es soweit: Daher stellen wir nun denselben Antrag nochmals zur Diskussion und Abstimmung.“ Das passe sehr gut zu dem wesentlichen Element des Wahlprogramms von Goschenhofer: „Jede Entscheidung des Stadtrates ist bereits im Vorfeld auf Nachhaltigkeit, aber auch Klimarelevanz und Energieeffizienz zu prüfen und dabei spielt auch Regionalität eine große Rolle.“

So sollen zum Beispiel Produkte beschafft werden, die geringere Folgen für die Umwelt von der Herstellung bis zur Entsorgung haben als vergleichbare andere Produkte. Bei Anschaffungen sollen unter anderem soziale Aspekte, Innovationen, gesamtstädtische Zielsetzungen, qualitative sowie ökologische und ökonomische Kriterien unter Beachtung der vergaberechtskonformen Auslegungen berücksichtigt werden. „Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens und Handelns“, erklärt Goschenhofer. (pm)

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