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Bezirksfischereiverband

26.11.2014

Heimische Fischfauna ist gefährdet

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Bei der Herbst-Tagung des Fischerei-Bezirksverbandes von links: Hubert Wagner, Hans-Joachim Weirather, Timo Krohn und Dr. Christoph Mayr.
Bild: ben

Oettinger Tagung im Zeichen des Natur- und Gewässerschutzes – Rieser Umgehungsbäche an der Wörnitz begutachtet

Die heimische Fischfauna ist stark gefährdet, die Artenzusammensetzung in 87 Prozent der untersuchten Gewässer gestört, so jetzt der Präsident des schwäbischen Fischereiverbandes, Hans-Joachim Weirather bei der Herbsttagung der Vereine und Genossenschaften sowie des Verbandsausschusses im Oettinger Kronensaal.

Die stand ganz im Zeichen des Natur- und Gewässerschutzes, wozu Weirather (auch Unterallgäuer Landrat), Delegierte aus Schwaben und Ehrengäste, darunter Bürgermeisterin Petra Wagner. Die Gründe für den weiteren Rückgang der Fischbestände seien nach wie vor fehlende Durchgängigkeit der Flüsse und zunehmende Verschlammung der Gewässer, vor allem wegen immer noch zu weniger Gewässerrandstreifen, so Weirather.

An bestehenden Wasserkraftanlagen müsse die Durchgängigkeit durch funktionierende Umgehungsgewässer wiederhergestellt werden. Es mehren sich die Anträge auf Errichtung von innovativen Anlagen mittels denen die Gefährdung der Fischpopulationen verhindert und geringstmögliche Auswirkung auf die Gewässerökologie erreicht werden soll, sagte Weirather.

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Ein weiteres Problem seien rückläufige Fangerträge unter anderem durch die Vermehrung der Kormoranpopulation. In Sachen Projekt „Licca liber“ sei der Flussdialog Schwaben abgeschlossen, beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth beginne nun die Planungsphase, Ziel des Projekts sei die Stabilisierung von Flusssohlen und Renaturierung von Flussabschnitten, so der Präsident. Erfreulich sei die Jugendarbeit im Verband. Mit dem Tag der Schwäbischen Fischerjugend und dem Workshop Friedfischangeln wurden erneut zwei große Veranstaltungen abgehalten, für die Bezirksjugendleiter Manfred Kratzer Dank gelte. Dennoch werde es auch für die Fischer immer schwerer, geeignete Personen für den Jugendbereich zu gewinnen. Dass diese neuerlich auch noch ein erweitertes Führungszeugnis anfordern müssten, mache die Sache nicht leichter. Größer und informativer werden sich Bezirks- und Landesfischereiverband auf der nächsten „Jagen und Fischen“ vom 15. bis 18. Januar in Augsburg präsentieren, so Weirather. Zudem habe der Bezirksverband im neuen Jahr ein neues Logo: Eine blaue Welle stehe für die Gewässer, ein grüner Bogen für den Naturschutz, kombiniert ergeben sie einen Fisch. In Zusammenarbeit mit der Fischereifachberatung wurden zudem neue Tafeln über „Fische in Schwaben“ angefertigt. Alle anwesenden Vereine und Genossenschaften erhielten einen kostenlosen ersten Satz, weitere können beim Verband erworben werden.

Ausführliche und interessante Referate

Zuvor hatte es für die Delegierten weitere interessante Neuigkeiten über Flüsse und Fische gegeben. So referierte Dr. Christoph Mayr vom Landesamt für Umwelt über Fisch- und Gewässerökologie. Dessen Referat 57 befasse sich mit fisch- und gewässerökologischen Aspekten bei der Umsetzung europäischer Umweltrichtlinien, der Erhebung und Bewertung der bayerischen Fischbestände und der Energiewende im Bereich Wasserkraft. Auch das Modellprojekt zur Kormoranvergrämung an Fließgewässern ist hier angesiedelt. Traditionell wurde danach die Flusslandschaft des Tagungsortes vorgestellt, in Oettingen damit die Wörnitz. Während dabei Timo Krohn vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth Geschichte und derzeitige ökologische Situation des größten Rieser Flusses vorstellte, ging Hubert Wagner von der Fischereigenossenschaft Wörnitz auf die heimischen Fische und Fischer sowie deren Probleme ein.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen besuchten Interessierte aus der Tagung noch die vom Wasserwirtschaftsamt angelegten Umgehungsbäche bei der Ziegel- sowie der Wennenmühle. Durch diese entstand eine durchgängige Wörnitzstrecke von rund 30 Kilometern auf der die Fische jetzt auch wieder flussaufwärts wandern können.

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