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Nördlingen

24.02.2020

Kabarettpreis: Ein Kölner holt sich die Sau von Nördlingen

Die Finalisten Rolf Zollner, Christine Teichmann, Jan Preuß, Roland Otto Bauschenberger  und Juri von Stavenhagen mit Moderator Dominik Herzog.
Bild: Toni Kutscherauer

Plus Beim Finale des Kabarettpreises treten in der Alten Schranne fünf Kandidaten gegeneinander an. Die Jury hatte keine leichte Aufgabe, der Sieger war sichtlich überrascht.

Vor exakt zwei Jahren wurde er ins Leben gerufen, der Wettbewerb um „Die Sau von Nördlingen“. Bei seiner zweiten Auflage hatten sich in einer Vorausscheidung fünf Kandidaten für das Finale des Kleinkunst- und Kabarett-Preises qualifiziert, das vor rund 200 Besuchern in der voll besetzten Alten Schranne ausgetragen wurde. Moderator Dominik Herzog, der seinerzeit die Idee für den Wettbewerb gebar, führte gewohnt eloquent und pointiert durch den Abend und wärmte das Publikum mit launigen Einlassungen zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl auf. Für die erste Spielrunde rief er zunächst zwei klassische Stand-Up-Comedians auf die Bühne.

Jan Preuß gewährt Einblick in sein Single-Dasein

Als Erster gewährte Jan Preuß aus Köln einen Einblick in sein Single-Dasein und seine Arbeit als Erzieher in einem Kindergarten. Dabei können Kleinigkeiten zu großen Problemen werden, etwa wenn ein Mädchen seinen „Glubschi“ („ Mesut Özil als Stoffpuppe“) nicht finden kann. Zudem sei die moderne Pädagogik gewöhnungsbedürftig, bei der es bereits als Erfolg gewertet wird, wenn ein Kind „sieben Buchstaben kennt und seinen Stift richtig rum hält“.

Ebenfalls aus Köln kommt Juri von Stavenhagen, der als Nächster in den Ring stieg. Er berichtete von seinen Anfängen als Comedian, als er noch „auf Hut“ spielte und sich mit einem Sanifair-Bon als Gage bescheiden musste. Für seine witzigen Ausführungen zu Quallen-Attacken, Ausreden von Jogging-Verweigerern und hässlichen Baby-Fotos erntete er viel Beifall.

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Kritisches Kabarett präsentierte Christine Teichmann, die sich nicht scheute, heiße politische Eisen anzufassen. Mit freundlichem Gesicht und bitterbösem Unterton schlüpfte die Grazerin gleich in zwei Rollen: Als Flughafen-Angestellte und Hotelbesitzerin streifte sie brisante Themen wie Schwarzarbeit in der Gastronomie, Kinderarmut in Afrika, Verteilungsgerechtigkeit und Waffenexporte sowie den damit verbundenen „Ablasshandel“ der westlichen Welt.

Otto Bauschenberger erbost über Glückwünsche über Whatsapp

Aus Österreich stammt auch Roland Otto Bauschenberger („R.O.B.“), der die zweite Spielrunde mit hintersinnigen Ideen und Gedankenspielen eröffnete. Erboste er sich zunächst über ausufernde Geburtstagsgratulationen auf Whats-App, so lernten die Zuschauer auch die „Poposynthese“ und die Wahrheit über Künstler („Arbeitslose, die es nicht zugeben“) kennen. Am Ende warb er „aus ökologischen Gründen“ für die Wiederverwendung von Kondomen („Mehrwegflasche der Verhütungsindustrie“).

Als letzter Kandidat präsentierte sich Rolf Zollner aus Rosenheim im Stil eines zünftigen Alleinunterhalters. Neben seinen Problemen als Dieselfahrer schwadronierte er über das „komplizierte Anbandeln in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung“. Zu seinen Mitmach-Liedern begleitete er sich mit der Ukulele, bei „A Hendl und a Maß“ sang das komplette Publikum im Schrannensaal lautstark mit.

Keine leichte Aufgabe besaß die Jury, denn die Beiträge waren zwar zum Teil sehr unterschiedlich, aber durchwegs von hoher Qualität. Nach dem Votum durfte sich Roland Otto Bauschenberger über Platz drei und ein Preisgeld von 300 Euro (Sponsor: Sparkasse Dillingen–Nördlingen) freuen und Juri von Stavenhagen als Zweiter 500 Euro (Firma Kutzschbach) entgegennehmen. Die „Sau von Nördlingen“ und der Siegerscheck von 1000 Euro (Firma Destilla) gingen an Jan Preuß, der sich von seinem Sieg sichtlich überrascht zeigte. Nach seiner Zugabe-Nummer über leidvolle Erfahrungen bei den Bundesjugendspielen wurden Teilnehmer und Moderator mit viel Applaus verabschiedet.

Lesen Sie auch, an wen der Text bei der ersten Preisverleihung ging:

Die „Sau von Nördlingen“ ist ein Eber

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