1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Kindermusical: Ein Hirtenjunge kommt groß raus

Nördlingen

24.06.2019

Kindermusical: Ein Hirtenjunge kommt groß raus

Der Prophet Samuel (Rebekka Hundsdorfer) segnet den Hirtenjungen David (Thomas Knoll).
Bild: Silke Hampp

Wenn Israeliten Charleston tanzen und die Klamotten fliegen: Die Nördlinger Kinderkantorei St. Georg begeistert mit dem Musical „König David“.

Er war kein perfekter Mensch, sondern ein Ehebrecher, Lügner und Mörder. Und dennoch zählt König David zu den ganz großen Persönlichkeiten der Bibel. Denn David war authentisch. Und er bereute seine Fehler und vertraute seinem Gott. Die Geschichte von König David, der vor über 3000 Jahren einen rasanten Aufstieg vom Hirtenjungen zum König über Israel hinlegte, gleicht einem spannenden Krimi. Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Udo Knauer haben über 50 Mädchen und Buben der Kinderkantorei St. Georg dieses Leben in dem mitreißenden Musical von Thomas Riegler auf die Bühne des Nördlinger Gemeindezentrums gebracht. Alles beginnt mit einem Auftrag des Chorleiters Udo Knauer an drei seiner Sängerinnen: Er hat die Harfe auf dem Dachboden bei Requsiten und Kostümen vergessen und die Mädchen sollen das Instrument schnellstmöglich holen. Kaum haben sie auf dem Dachboden den falschen Lichtschalter gedrückt, sind sie schon mittendrin in der Geschichte von König David.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Der erstaunte Prophet Samuel –dargestellt von einer wunderbar souveränen Rebekka Hundsdorfer –soll nach Gottes Willen weder den stärksten, noch den klügsten, noch den coolsten Sohn von Isai zum neuen König salben. Der jüngste, David, ist der Auserkorene. Thomas Knoll spielt den musikalischen Hirtenjungen herrlich authentisch und singt mit glockenheller Stimme den 23. Psalm an Sauls Königshof. Saul, hier brilliert Matthias Funk als schwermütiger und jähzorniger Herrscher, freut sich über das liebliche Harfenspiel.

Wortwitz und komische Regieeinfälle

Doch in seinem Land herrscht Krieg. Und als die Philister mit mächtigen Trommelwirbeln aufmarschieren, traut sich keiner aus dem israelitischen Heer gegen den riesigen Goliat anzutreten. Als spöttischer Philisterkrieger Goliat verhöhnt ein bemerkenswert selbstironischer Jonas Stelzenmüller die gegnerischen Soldaten und ihren Gott. Die Lacher hat er auf seiner Seite.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Überhaupt ist diese Inszenierung gespickt mit Wortwitz und komischen Regieeinfällen. Die Israeliten tanzen Charleston, als David mit einer einfachen Steinschleuder über den starken Goliat triumphiert. Zu orientalischen Klängen bandelt David später mit seiner verheirateten Nachbarin Betseba an und schon bald fliegen die Klamotten über die Mauer. Katharina Nitschke als erwachsener David und Theresa Knoll als Batseba verkörpern ausdrucksstark die Konflikte, die der König und seine Geliebte auszufechten haben. Ihre Lieder präsentieren sie selbstbewusst und stimmlich auf hohem Niveau – wie alle der zahlreichen Solisten dieser musikalisch und schauspielerisch überzeugenden Darbietung.

Mitreißende Lieder, über 50 textsichere und begeisterte Kinder sowie eine professionelle Band – Kantor Knauer kann sich glücklich schätzen, auf solche Ressourcen zurückgreifen zu können. Und gleichzeitig ist diese Aufführung das Ergebnis seiner jahrelangen Arbeit mit der Nördlinger Kinderkantorei. Denn an Licht- und Tontechnik sowie Kostümen und Bühnenbild wirkten viele Ehemalige mit, die vor Jahren selbst auf der Bühne gestanden haben. Perfekt unterstützt wurde die Kinderkantorei von Peter Hoenke-Eisenbarth (Klarinette, Saxophon und Keyboard), Veronika Eisenbarth (E-Piano), Holger Havlin (Bass), Thomas Höpfner (Schlagzeug) sowie Christian Möwes (Querflöte, Piccolo). Die Vollblutmusiker hatten sichtlich großen Spaß, die jungen Künstler als Musical-Band zu begleiten. Die Besucher im voll besetzten Gemeindezentrum St. Georg dankten es allen Aufführenden mit tosendem Beifall.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren