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Schule

12.07.2018

Landespreis für Franziska

Stolz präsentiert Franziska ihren selbst gestalteten Schäufelin-Führer für Kinder, für den sie den 1. Landespreis erhalten hat. Ihre persönliche Lieblingsseite zeigt das berühmte Schäufelin-Gemälde in der Bundesstube des Rathauses zum Angriff auf die Stadt Bethulia.

Die Neunjährige hat einen Schäufelin-Führer für Kinder erarbeitet. Dafür bekam sie nicht nur den Preis im Landtag sondern sogar schulfrei.

„Hans Schäufelin war ein Maler. Ein ganz besonderer Maler. Ein Nördlinger Stadtmaler“, steht gleich auf Seite zwei des „Schäufelin-Führers für Kinder in Nördlingen“. Entworfen, geschrieben und gestaltet hat ihn Franziska Eßmann, die derzeit die vierte Klasse der Hans-Schäufelin-Grundschule in Nördlingen besucht. Anlass für dieses besondere Projekt war der Schülerlandeswettbewerb Erinnerungszeichen 2017/18 zum Thema „Bayern um 1500 – Zeit für Neues? Lebenswelten – Glaubenswandel – Umbruchzeiten“ des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Franziska hat für ihren Schäufelin-Führer in diesem Jahr den ersten Landespreis erhalten.

Gemeinsam mit ihrer großen Schwester Antonia hat Franziska bereits im vergangenen Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen und gleich den zweiten Landespreis gewonnen. Weil ihr die Auseinandersetzung mit Geschichte Spaß gemacht hat, hat sie noch vor der Preisverleihung auf das neue Thema gewartet. „Ich finde es einfach interessant, zu erfahren, was früher alles passiert ist“, sagt die Schülerin zu ihrem außerordentlichen Interesse an Geschichte.

Dieses scheint ihr schon mit in die Wiege gelegt worden zu sein, denn ihre Mutter, Andrea Kugler, ist Museumsleiterin des Stadtmuseums Nördlingen, ihr Vater, Michael Eßmann, Stadtführer. „Meine Eltern kennen sich gut in der Stadt aus und können uns immer viel zu den einzelnen Gebäuden erzählen. Das ist wirklich spannend“, meint Franziska.

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Entsprechend war es auch ihre Mama, die die Wettbewerbsunterlagen vom Museum mit nach Hause gebracht und ihre Tochter bei dem Projekt begleitet hat. „Ich bekomme immer viele Ausschreibungen und würde auch gern mit weiteren Schulklassen zusammenarbeiten“, sagt Andrea Kugler.

Weil Hans Schäufelin der Namensgeber ihrer Grundschule ist und eben genau um 1500 gelebt hat, hat sich Franziska dann dafür entschieden, ihren Wettbewerbsbeitrag zu ihm zu gestalten: „Ich wollte wissen, wer das genau war, was er alles gemalt hat.“

Bevor die Neunjährige dann den eigentlichen Stadtführer gebastelt hat, war sie selbst erst einmal an allen Schäufelin-Orten in Nördlingen unterwegs: Sie hat die Bilder des Malers im Stadtmuseum angeschaut und dort die Informationen auf den Schautafeln zusammengetragen, sie war in der St. Georgs-Kirche sowie in der Bundesstube im Nördlinger Rathaus, wo mit dem Gemälde zum Angriff auf die Stadt Bethulia das wichtigste Werk von Hans Schäufelin hängt. Für dieses Bild hat der Künstler sogar das Bürgerrecht erhalten, wie man im Bürgerbuch von 1513 bis 1672 nachlesen kann. Auch das hat sich Franziska Eßmann im Stadtarchiv von Dr. Wilfried Sponsel zeigen lassen. Ebenso hat die Schülerin das angebliche Schäufelinhaus unter der Adresse „Beim Eichbrunnen 3“ besucht. „Aber das ist gar nicht das echte Haus, in dem er gewohnt hat. Eigentlich hat er in der Baldinger Straße 26 gelebt“, hat die kleine Geschichtsexpertin herausgefunden. Insgesamt hat sie ab den Weihnachtsferien bis März an dem Stadtführer gearbeitet.

Inzwischen hat die Schülerin im Landtag München auch ihren Preis für ihr Projekt überreicht bekommen. „Das war ein tolles Erlebnis“, erzählt sie. „Außerdem habe ich dafür sogar einen Tag schulfrei bekommen“ fügt sie hinzu und lacht.

In der Schule hat sie ihren Mitschülern den Stadtführer natürlich auch vorgestellt, denn im Heimat- und Sachunterricht wurde erst kürzlich Hans Schäufelin durchgenommen. Auch die Schulleiterin Johanna Eberhardt freut sich über den Erfolg von Franziska Eßmann: „Wir sind sehr stolz, dass eine unserer Schülerinnen eine solche Auszeichnung erhalten hat.“

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