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Nördlingen

05.12.2012

Mann ruft Notarzt ins Krankenhaus

Ein Mann hat einen Notarzt ins Krankenhaus bestellt.
Bild: AZ Symbolbild

Weil ihm die Wartezeit zu lang war, hat der Begleiter eines Patienten in der Notaufnahme des Stiftungskrankenhauses einen Notarzt verlangt - und eine Debatte ausgelöst.

Weil ihm die Wartezeit nach rund zwei Stunden zu lang geworden ist, hat der Begleiter eines Patienten in der Notaufnahme des Nördlinger Stiftungskrankenhauses die Rettungsleitstelle angerufen und einen Notarzt verlangt. Die neue Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes wurde vor Kurzem in unmittelbarer Nähe zum Stiftungskrankenhaus Nördlingen in Betrieb genommen. Von dort erschien dann nach seiner Verständigung auch ein Notfallmediziner. Er griff jedoch nicht ein.

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Einsatz war nicht notwendig

Diesen Vorfall haben jetzt Oberarzt Dr. Ulf Kunze und gKU (gemeinsames Kommunalunternehmen, Betreiber der Donau-Rieser Kliniken und Seniorenheime)-Vorstand Gerhard Wurm bestätigt. Der Notfallarzt habe nur sicherheitshalber vorbei geschaut, denn notwendig sei sein Einsatz nicht gewesen, so Dr. Kunze. Im Übrigen seien die Klinik und auch die Rettungsleitstelle der Ansicht, dass Rettungskräfte nicht verpflichtet sind, in ein Krankenhaus zu kommen, wenn eindeutig von dort aus ein Anruf erfolge. Die ärztliche Versorgung sei ja auf jeden Fall gewährleistet. Eine Abstimmung genüge.

Der Mann war in Begleitung seines Schwiegervaters in die Klinik gekommen, der möglicherweise einen Schlaganfall erlitten hatte. Diese Befürchtung bestätigte sich letztlich nicht, so Dr. Kunze. Dennoch sei die Wartezeit von rund zwei Stunden in diesem Fall sehr lang gewesen. Die habe sich aus der Belastung der diensthabenden Ärztin mit etlichen anderen Notfällen ergeben. Das, so sieht Dr. Kunze ein, hätte den Wartenden deutlicher erklärt und begründet werden müssen. Auch wäre notwendig gewesen, beruhigend auf die Wartenden einzuwirken, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Der Oberarzt ist auch Qualitätsbeauftragter des Stiftungskrankenhauses. In dieser Rolle will er sich jetzt dafür einsetzen, dass insgesamt die Kommunikation mit wartenden Patienten und ihren Begleitern weiter verbessert wird. Möglicherweise soll dazu auch ein externer „Kommunikations-Trainer“ eingeschaltet werden. Dr. Kunze sieht das als Daueraufgabe an. Mit einem einzigen Training sei nicht viel erreicht.

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Vielmehr müsse das aufklärende Gespräch mit den Patienten allen Ärzten und Ärztinnen sowie auch den Schwestern und Pflegern besonders in angespannten Situationen ein selbstverständliches Anliegen sein und immer wieder geübt werden.

Telefonische Erreichbarkeit wird verbessert

Als Sofortmaßnahme, so Dr. Kunze weiter, sei die interne telefonische Erreichbarkeit der diensthabenden Ärzte durch Einsatz zusätzlicher schnurloser Telefone weiter verbessert worden.

Dennoch ist sich der Notfallmediziner darüber im Klaren, dass sich Wartezeiten in der Notaufnahme auch zukünftig nicht vermeiden lassen werden. Eine partielle Verbesserung verspricht sich der Oberarzt durch intensives Arbeiten an der Verbesserung der sogenannten Ersteinschätzung des Patienten. Die entscheidet nämlich, ob er als kritischer Fall eingestuft wird, der sofort behandelt werden muss, oder ob eine Wartezeit toleriert werden kann.

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