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Thermo Natur

30.09.2015

Mit Jute die Trendwende geschafft

Geschäftsführer Kurt Hogh (rechts) schaffte es mit einer Neuausrichtung, das Unternehmen Thermo Natur auf Erfolgskurs zu bringen. Links Heinz Amolsch, der als Referent der Geschäftsführung die Entwicklung mitbegleitet. Beide stehen vor einem Stapel von recycelten Jutefasern.
Bild: Bernd Schied

Wie das Nördlinger Unternehmen wieder in die Erfolgsspur gefunden hat

Vor zwei Jahren befand sich das Unternehmen „Thermo Hanf“, wie die Nördlinger Firma damals noch hieß, in Schieflage. Nachdem Gründerin und Geschäftsführerin Carmen Hock-Heyl die Firma verlassen hatte, kam es zu einem zukunftsweisenden Wechsel in der Geschäftsführung.

Ihr Nachfolger Kurt Hogh, bis dahin Manager in der Führungsebene des heutigen Hauptgesellschafters Ritter Sport, richtete gleich nach seinem Start die Firma neu aus. Weg von einem einzigen Nischenprodukt im Bereich der ökologischen Dämmstoffe hin zu einem Marktführer auf diesem Sektor mit einer breiteren Produktpalette. Damit versprach er sich wieder Wettbewerbsfähigkeit.

Neue Produkte am Markt erfolgreich

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Heute blickt der Schwabe Hogh mit der ihm eigenen Gelassenheit auf die turbulenten Zeiten der Umstrukturierungen und Personal-Entlassungen zurück. Er hat allen Grund dazu. Das Unternehmen verzeichnet inzwischen einen deutlichen Aufwärtstrend. Neben der Bereitschaft der Belegschaft, den neuen Kurs mitzugestalten, setzen sich neue Produkte auf dem Markt erfolgreich durch: Dämmstoffe mit einem hohen Anteil an Jutefasern – eine Weltneuheit, deren Herstellungsprozess einzigartig ist. Nicht mehr gebrauchte Kakao- und Kaffeesäcke, nicht zuletzt von Ritter Sport, werden dabei zerfasert, mit Brandschutz ausgerüstet und zu einem Hochleistungsdämmstoff aufbereitet. Im Fachjargon heißt dieser Prozess „Upcycling“. Der Vorteil von Jute gegenüber herkömmlichen Dämmstoffen: Sie ist ohne jeglichen chemischen Zusatzstoff und nach Angaben Hoghs gesundheitlich völlig unbedenklich für Haut und Atemwege. Zudem bietet sie einen sommerlichen Hitzeschutz.

Entsorgung ohne Schadstoffe

Auch die Entsorgung gebe keinerlei schädliche Stoffe an Mensch und Umwelt ab. Preislich ist der Jute-Dämmstoff von Thermo Natur Hogh zufolge um rund 20 Prozent günstiger als etwa reine Hanfdämmstoffe. Heinz Amolsch, Urgestein des Unternehmens und seit mittlerweile zwölf Jahren dabei, weist auf einen weiteren Erfolgsfaktor hin. Der Trend in der Gesellschaft gehe immer stärker in Richtung „gesundes Bauen und Wohnen“. Deshalb werde bei vielen Baustoff-Fachhändlern in der Region und darüber hinaus jetzt vermehrt Jute-Dämmstoff aus dem Hause Thermo Natur angeboten. Hauptabsatzgebiet sei neben Deutschland das benachbarte europäische Ausland, erklärt Amolsch. Dass es jetzt gut läuft, schreibt Geschäftsführer Hogh hauptsächlich einer „klaren Zielstrategie“ zu, die er seinem Unternehmen verordnet habe. Diesen Weg will der „Querdenker“, wie er sich selbst bezeichnet, konsequent fortsetzen. Sein nächstes Ziel ist die Entwicklung von umweltschonenden, verputzbaren Dämmstoffen für die Außenfassaden von Häusern. Dies werde jedoch noch etwas dauern, sagt Hogh

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