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Konzert

05.01.2015

Musik als Ausdruck des Gottvertrauens

Lang anhaltender Beifall belohnte die Akteure des 40. Adventskonzerts in der Neuapostolischen Kirche in Nördlingen.
Bild: Karl Mölle

Festliche Sakralklänge in der neuapostolischen Kirche

Das 40. Advents-Konzert schuf in der Neuapostolischen Kirche in Nördlingen eine Atmosphäre adventlicher Zuversicht. Unter der Leitung von Andreas Krug gestalteten Kammerchor, Gemeindechor und Orchester des Kirchenbezirks Nördlingen zusammen mit Alexandra Finck an der Orgel und Solisten eine Vortragsfolge auf hohem künstlerischen Niveau.

Zum Auftakt hatte Karl Mölle die Besucherinnen und Besucher im restlos gefüllten Kirchenraum mit Gedanken zum Advent auf das Anliegen des Konzerts eingestimmt. Alexandra Finck deutete zwei Orgelstücke von Valentin Rathgeber als kontrastierende Varianten musikalisch umgesetzter weihnachtlicher Vorfreude. Das Orchester intonierte unter dem Titel „Macht hoch die Tür“ eine kontrapunktisch strukturierte Adaption des Liedes „Tochter Zion, freue dich!“. Für einen ersten ästhetischen Höhepunkt sorgten Mareike Saller (Violine), Andreas Krug (Violine) und Hartmut Caßens (Cello) mit der professionellen Ausdeutung des zweiten Satzes aus dem Doppelkonzert von Bach (BWV 1043). Die Darbietung der Version für zwei Violinen und Cello vermittelte auch wegen des exakt eingehaltenen Tempos Largo ma non troppo eine großartige Vorstellung von der filigranen Struktur dieses Werks, das Bach in erster Fassung wahrscheinlich als Triosonate konzipierte. Solisten und Orgel schlossen mit „Jesus bleibt meine Freude“ (BWV 147) den barocken Teil. Der Gemeindechor unter Leitung von Thomas Walter intonierte klangvoll und homogen zwei Werke aus dem südafrikanischen Liedgut der Kirche.

Drei Abschnitte aus den Oratorien „Paulus“ und „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy, dargeboten von den Tenören, Cello, Orgel und Chören, transponierten die christliche Frohbotschaft in ein romantisierendes, schwärmerisches Licht. Insbesondere die präzise und souveräne Interpretation der bereits 1844 entstandenen achtstimmigen A-cappella-Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ hinterließ einen starken Eindruck. Sehr sicher verdeutlichte der Kammerchor die differierenden Auffassungen vom zeitbezogenen Kirchenlied in Rheinbergers „Abendlied“, in John Rutters „The Lord bless you“ und in Gustav Holsts „Bleak Midwinter“.

Dirigent Andreas Krug, der alle diese Werke mit Chören und Orchester mit Ausnahme der Lieder des Gemeindechores einstudiert hatte und als Moderator durch das Programm führte, setzte an den Konzertschluss zwei künstlerische Kulminationen europäischer Musikkultur: Händels „Halleluja“ aus dem Oratorium „Messias“ wurde in dieser kraftvollen Umsetzung zu einer kompositorischen Metapher jubelnder Frömmigkeit. Und die Verse „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, die Friedrich Bonhoeffer 1944 im Gefängnis schrieb, erwies sich in der Vertonung von Fietz/Motani als vielstimmiger, herrlicher Ausdruck unerschütterlichen Gottvertrauens. Die Zuhörerschaft dankte den Instrumentalisten und Sängern schließlich mit langem begeisterten Beifall für eine außergewöhnliche Leistung. (ep/km)

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