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Tiere

10.04.2015

Oettingen im Storchenglück

In Oettingen gibt es jetzt noch ein weiteres Storchennest. Das Storchenpaar hat sich auf einem Strommast niedergelassen. Sogar Junge sind in Aussicht: drei Eier liegen bereits im Nest.
Bild: Heidi Källner

Mittlerweile gibt es in der Stadt fünf Nester. Die Vögel fühlen sich offensichtlich wohl

von Inka Möwes

Oettingen Wenn man durch Oettingen spazieret, kann es derzeit durchaus Zuschauer geben, die einen von den Dächern aus beobachten: die zehn Störche von Oettingen. Ein weiteres fünftes Storchenpaar hat sich in Oettingen niedergelassen. „Damit hat das Ries seinen angestammten Status als ein Siedlungsschwerpunkt des Weißstorchs in Schwaben eindrucksvoll zurückerobert“, sagt Heidi Källner, ständige Begleiterin und Beobachterin der Nester und deren Insassen.

Sie erklärt, dass es mit dem Horst, wie das Nest eines Storches genannt wird, auf dem Röttgerhaus angefangen habe. Da es schon seit 1967 existiere, wird es auch „Traditionsnest“ genannt. Später dann, 2013, sind zwei weitere dazu gekommen: auf der Schlossapotheke und kurz darauf eins auf dem Prinzessinenbau im Schlosshof. Die Vögel sind durchaus gern gesehen: Um den Störchen unter die Flügel zu greifen, wurde, vom Fürst zu Oettingen, auf dem Dach eine „Nisthilfe“ befestigt, eine Platte die einen geraden und stabilen Untergrund für den Horst bietet. Diese wurde vom Storchenpaar nach kurzer Skepsis angenommen. Heute kann man sogar fünf Eier im Nest bewundern. Während der Brutzeit 2013 zog noch ein weiteres Paar nach Oettingen, und zwar auf den Lindenbaum im Hofgarten.

Erst in diesem Frühling kam ein weiteres Nest auf einem Strommast in der Pfarrgasse dazu. Da dem Weibchen ein Ring am Fuß befestigt wurde, welcher auf den 7. Juni 2011 datiert ist, kann man erkennen, dass es sich noch um ein sehr junges Paar handelt. Källner erklärt, dass die Jungen etwa 20 Tage nach dem Schlüpfen beringt werden. Das liege vor allem daran, dass der Vorgang nur durchgeführt werden kann, während diese noch in „Akinese“ fallen, einem Zustand bei dem sie sich in Gefahrensituationen tot stellen und somit beim Beringen still halten.

Die Stromleitung, auf der die Vögel nisten, wurde sofort isoliert, nachdem Källner das neue Nest entdeckt hatte. Inzwischen liegen schon drei Eier im Nest, die alle von den Eltern behutsam im Wechsel gebrütet werden. Nachdem die Jungen das Nest verlassen und zur Überwinterung Anfang August in den Süden ziehen, tun es ihnen Mitte September die Eltern gleich. Das heißt jedoch nicht, dass Oettingen dadurch ihre Störche verliert, denn sie sind „nesttreu“. Das bedeutet, dass diese immer wieder zu ihrem Nest zurückkehren. Normalerweise haben sie auch ihr Leben lang den gleichen Partner. Doch in Oettingen ist es anders: Das Paar des Nestes im Lindenbaum tauschte einen Partner mit dem Paar des Apothekennestes. „Oettingen ist einfach eine besondere Stadt“, schmunzelt Källner. „Immerhin ist es auch unüblich, dass gleich fünf Nester auf engem Raum so harmonisch zusammenleben wie hier.“

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