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Bastei-Premiere

27.06.2013

Spaß aus der Tüte

Sehr viel Applaus bekamen die Akteure des Vereins Alt Nördlingen bei der Premiere des Stücks „Im weißen Rössl“. Das Publikum war hingerissen von der Aufführung, der gesanglichen Leistung nicht zuletzt von den Mitmach-Aktionen.
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Sehr viel Applaus bekamen die Akteure des Vereins Alt Nördlingen bei der Premiere des Stücks „Im weißen Rössl“. Das Publikum war hingerissen von der Aufführung, der gesanglichen Leistung nicht zuletzt von den Mitmach-Aktionen.
Bild: Fotohaus Hirsch

Das Publikum ist überrascht von der guten Gesangsleistung und begeistert von den Mitmach-Ideen

Nördlingen Wenn dem Publikum eine Premierenvorstellung gefallen hat, kann man zufrieden sein. Glücklich kann man sein, wenn man das Publikum mit Einzelerfolgen überraschen konnte. Und das ist dem VAN-Ensemble von „Im weißen Rössl“ um Regisseurin Barbara Lackermeier gelungen.

Erste Überraschung: Die Einbeziehung des Publikums funktionierte nicht nur so la la, die Leute waren begeistert, vor allem, als sie kollektiv ein Meer von österreichischen Fähnchen aufleben lassen konnten – was bei einem Rieser Publikum nicht leicht zu erreichen ist. „Das hat die Leute bei Laune gehalten“, sagte eine Besucherin danach und sprach für Hunderte.

Ursprünglich waren die „Sing along“-Vorstellungen zum Mitmachen nur als Experiment für drei Vorstellungen geplant. Für mehr Vorstellungen wird es auch keine Spaß-Tüten geben. Aber die Vereinsvorsitzende Rita Ortler war so vom Fähnchen-Sturm angetan, dass sie es mit den Organisatoren sofort in die Wege leitete, Fähnchen für jede Vorstellung zu beschaffen. Die Bestellung wurde nur wenige Stunden nach der Premiere aufgegeben und die rechtzeitige Lieferung bereits bestätigt.

Spaß aus der Tüte

Die zweite Überraschung: Der perfekte Gesang. „Von Laien kann man es bei der Premiere eigentlich nicht verlangen, dass sie jeden Einsatz taktgenau treffen“, sagte der Ex-Bundestagsabgeordnete Hans Raidel bei der anschließenden Premierenfeier im Ochsenzwinger: „Aber sie haben es geschafft, alle Achtung.“

Viele Gäste brachten zum Ausdruck, dass es dem musikalischen Leiter Andreas Harwarth gelungen war, jeden einzelnen Sänger, egal von welchem Niveau auszugehen war, optimal für seine Einsätze vorzubereiten. Er hatte den Akteuren die Anforderungen nicht aufgezwungen, sondern ihnen zum Teil Passagen „auf den Leib arrangiert“. Der Erfolg gab ihm recht. Allerdings beeinträchtigte ein Premieren-Manko der Technik zuweilen die Mikrofon-Qualität.

Dritte Überraschung: „Es ist sehr schön zu sehen, dass der Verein begeisterten Nachwuchs an sich binden kann“, brachte es Aksel Rinck, früherer Leiter des Stadtmauermuseums, auf den Punkt: „Das ist gegen den Trend, wie man bei vielen anderen Vereinen leider sieht. Hier funktioniert die Vernetzung zwischen den Generationen aber tadellos.“

Bei der Begrüßung zeigte Rita Ortler, dass sie auf der Basteibühne zu Hause ist: Sie setzte ihre schauspielerischen Qualitäten ein, um streitbar den Reiseleiter zu verdrängen und die Ehrengäste zu begrüßen. Dabei bedachte sie auch die vielen überregionalen Politiker, die aufgrund der bekannten momentanen Querelen nicht kommen konnten: „Da muss wohl eine Epidemie ausgebrochen sein.“ Dem ebenfalls abwesenden Landrat Stefan Rößle bot sie einen neutralen Zufluchtsort an: „Es heißt hier ja schließlich zum weißen Rössle, äh Rössl.“

Der Wunsch von Oberbürgermeister Hermann Faul, der Widerhall des Premieren-Publikums möge Akteuren und Mannschaft hinter der Bühne zeigen, dass sich ihre Leistung gelohnt hat, ging in Erfüllung. „Ich bin überwältigt von den positiven Reaktionen“, spricht Barbara Lackermeier für die ganze Mannschaft. „Es stand schließlich bis zum Schluss auf der Kippe, ob die vielen Inszenierungselemente auch zusammenlaufen.“

Der Schlussapplaus war grandios und von vielen schrillen Beifallsheulern durchdrungen. Zu seinem Liebling erkor das Publikum aber Timo Meister, der mit Bravo-Rufen überschüttet wurde. Er hatte es geschafft, die Steilvorlage eines rosa-hellblauen Dirndls für einen gewichtigen männlichen Darsteller zu nutzen und das schrille Äußere seiner Wilhelmine Giesecke mit trockenem, schnoddrigen Ton ohne übertriebenen Klamauk professionell in der Balance zu halten.

Bei uns im Internet: Weitere Bilder von der Freilichtbühne Alte Bastei finden Sie unter www.rieser-nachrichten.de

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