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RN-Kirchturmserie (15)

15.12.2020

St. Vitus in Birkhausen: Der Turm einer Kirchenburg

St. Vitus in Birkhausen.
Bild: Peter Urban

Plus Man sagt, vom Nördlinger Daniel-Turm aus könne man 99 Kirchtürme sehen. Diesmal im Fokus unserer Serie "Kirchtürme im Ries": St. Vitus in Birkhausen.

Dörfer hatten früher kein Recht auf eine Befestigung wie eine Stadt mit Mauern, Toren, Türmen etc. Selbst dann nicht, wenn sie so exponiert lagen wie Birkhausen, in einer wirtschaftlich ertragreichen Gegend, an einer wichtigen Durchgangsstraße. Als einziges festes Bollwerk blieb deshalb die Kirche mit dem „Gottesacker“, ein Ensemble, das man seit dem 11. Jahrhundert wie Burgen befestigte. Auf seinen Zweck als Wehrturm deuten beim Turm von St. Vitus, dessen Grundfesten bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, die zwei Meter dicken Mauern des ursprünglich fensterlosen Untergeschosses. Er steht nur in loser Beziehung zum Baukörper der Kirche, seitlich davon. Zugänglich waren nur die Obergeschosse durch eine kleine Einstiegstür vom Chor der Kirche aus. Diese hatte wohl noch bis 1488 Bestand, als ein Kirchenneubau den Vorgängerbau ersetzte.

Ein mächtiger hölzerner Glockenstuhl

Von da an bis heute gelangt man von der Sakristei aus über eine enge gußeiserne Wendeltreppe in den quadratischen Unterbau mit den mächtigen Mauern und den schmalen Schießscharten-Fensterschlitzen von gerade mal 15 Zentimetern Breite. Im obersten Geschoss des Unterbaus fallen die nach allen Seiten zeigenden, gekuppelten Rundbogenfenster auf, bevor es in den oktogonalen Oberbau geht, der durch ein Gesims vom Viereck gestalterisch getrennt ist. Darin ein mächtiger hölzerner Glockenstuhl, in dem die Glocken an eisernen Jochen hängen. Einen Stock darüber dann die Öffnungen für die vier Zifferblätter der Uhr, die in alle Richtungen zeigen, in früheren Zeiten wohl, ohne Zifferblätter, der so wichtige Ausguck. Und noch weiter hinauf kann man über fest montierte, senkrechte Aluleitern klettern, die herrliche Aussicht auf Wallerstein und die Umgebung genießen und sogar nochmal weiter hoch bis ganz unters Dach des charakteristischen spitzen Turmhelms steigen, und hier den beeindruckend verwinkelt konstruierten Dachstuhl bewundern.

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