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21.10.2020

Tattoo- und Piercingverbot: Nördlinger Fachakadamie Maria Stern weist Kritik zurück

Die Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern in Nördlingen.
Bild: Verena Mörzl (Archivbild)

Eine junge Frau kann ihre Ausbildung zur Erzieherin nicht machen, weil Tattoos und Piercings gegen die Hausordnung der Fachakademie verstoßen. Die Schulleiterin bezieht nun klar Stellung.

Die Schulleitung der Fachakademie Maria Stern in Nördlingen bezieht Stellung zu einem Kommentar in den Rieser Nachrichten. Dort kritisierte der Autor die Fachakademie als „rückständig und diskriminierend“, da das Tragen von Nasenringen, Ohrtunneln, Lippen- und Zungen-Piercings an der Ausbildungsstätte für Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen sowie der neu gegründeten Fachschule für Grundschulkindbetreuung unerwünscht sei, ebenso wie großflächige Tattoos. Die Schule bereite an der Fachakademie angehende Erzieherinnen und Erzieher auf einen anspruchsvollen und angesehenen Beruf vor. Erzieher hätten vor allem mit Kindern und Jugendlichen zu tun, aber auch mit Eltern, Trägern, Behörden und Lehrkräften. „Zur Professionalität der Erzieherinnen und Erzieher gehört auch ein gepflegtes und angemessenes äußeres Erscheinungsbild.

Die Auffassung der Fachakademie ist es, dass dem Gesicht dabei besondere Bedeutung zukommt: Mimik, die gerade für Kleinkinder wichtig ist, ist Teil der menschlichen Kommunikation und Kleinkinder können auffällige Nasenringe, Lippen- und Zungenpiercings durchaus als irritierend empfinden“, heißt es in dem Schreiben. Die Faks fördere die Individualität ihrer Studierenden, dies komme wie bei anderen Berufen dort an Grenzen, wo pädagogisches Fachpersonal den Erzieherberuf in der Gesellschaft repräsentiere. Nicht immer sei „ein auffallendes Äußeres kompatibel zu einer Vorbildfunktion, die gerade Erzieherinnen und Erzieher nach unserer Ansicht zu erfüllen haben“.

Christeiner: Lisa Lang habe sich bei Bewerbungsfotos ohne Nasen- und Lippen-Piercings gezeigt

Schulleiterin Dr. Sigrid Christeiner schreibt in Abstimmung mit dem Träger, dem Schulwerk der Diözese Augsburg, dass dies wohl auch Lisa Lang gewusst hätte: Ihr eingereichtes Bewerbungsfoto habe sie ohne Nasen- und Lippen-Piercings gezeigt. Darüber hinaus sei es falsch, dass sie erst am ersten Schultag mit der Hausordnung konfrontiert worden sei. „Von unserer Hausordnung hatte Frau Lang im Übrigen bereits seit 4. Juni 2020 Kenntnis genommen und mit ihrer Unterschrift bestätigt“, so die Mitteilung.

Den Vorwurf der Rückständigkeit weist die Schule entschieden zurück. „Wir meinen, dass wir hier ganz andere Zeichen in der Vergangenheit gesetzt haben: Unsere Schule nimmt an allen bedeutenden Modellversuchen wie OptiPrax teil, unsere neu gegründete Fachschule für Grundschulkindbetreuung ist eine Pilotschule. (...) Wir arbeiten mit 350 Praxisstellen und Kooperationspartnern im In- und Ausland zusammen“, so die Aufzählung, die noch weiter reicht. Die Schule sei „offen für Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern mit verschiedenen Religionen und Konfessionen und ermutigte Migranten. (...) Die Fachakademie begleite Menschen auf ihrem individuellen Bildungsweg und sie tue dies mit einer Haltung, „die sich nicht nur nach dem Mainstream richtet“, heißt es abschließend in der Mitteilung. RN

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