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Nördlingen

26.06.2017

Verkehrsübungsplatz an neuer Stelle?

Diesen Platz zwischen Mehrzweckhalle (im Hintergrund), Gymnasium und St.-Georgs-Schule schlägt die PWG als neuen Verkehrsübungsplatz vor.
Bild: Ronald Hummel

Der Nördlinger Stadtrat hat im März beschlossen, den Platz auf die Kaiserwiese zu verlegen. Alexander Deffner von der PWG bringt jetzt eine weitere Variante ins Spiel.

Am 21. März hat der Bauausschuss des Nördlinger Stadtrates beschlossen, den Verkehrsübungsplatz vom Parkplatz bei der Alten Turnhalle auf die Kaiserwiese zu verlegen. Stadtrat Alexander Deffner (PWG) schrieb nun an Oberbürgermeister Hermann Faul, dass die PWG-Fraktion den Beschluss selbstverständlich respektiere, aber den Eindruck habe, dass etliche Ausschussmitglieder „nur bedingt zufrieden“ mit der Wahl des neuen Standortes waren. „Ich hatte das Gefühl, man habe zugestimmt, weil sich halt nichts Besseres findet“, sagt Deffner dazu. Nun glaubt er, eine gute Alternative entdeckt zu haben.

Deffner regt im Namen der PWG an, den asphaltierten Platz zwischen Theodor-Heuss-Gymnasium, St.-Georgs-Schule und Mehrzweckhalle als neuen Standort zu prüfen. Er führte eine Reihe von Vorteilen an: Mit 30 auf 50 Meter habe der Platz eine geeignete Größe und weise auch den richtigen Belag auf. Die Lage sei geschützt, kein Altstadt-Parkraum werde beeinträchtigt und auch die Nähe zur Hans-Schäufelin-Grundschule sowie der Bushaltestelle beim Hallenbad sei günstig. Der für die Verkehrserziehung benötigte Lastwagen könne den Platz über die benachbarte Sportanlage gut erreichen und Sanitärräume stünden in der Mehrzweckhalle zur Verfügung.

Die befragten Fraktionssprecher im Stadtrat stimmen zwar nicht zu, im März nur „bedingt zufrieden“ mit dem Beschluss gewesen zu sein – „Es erschien damals als die beste Lösung“, so Rita Ortler (SPD) – aber die meisten tendieren durchaus dazu, sich gegenüber möglichen besseren Lösungen offen zu zeigen. So sieht es Ortler durchaus nicht als „Nachkarteln“ an, wenn man, wie im vorliegenden Fall, eine Lösung nochmals überdenkt, so lange noch nicht mit Planungen begonnen wurde. Polizei, Bauamt und andere Beteiligte sollten nun den neuen Vorschlag gegen die Lösung auf der Kaiserwiese abwägen. Ähnlich sieht es auch Thomas Mittring (Stadtteilliste): „Ich hätte kein Bauchweh, würde sich der neu vorgeschlagene Platz als bessere Lösung herausstellen. Das ursprüngliche Hauptziel, die Parkplatzsituation nahe dem Reimlinger Tor zu verbessern, wurde so oder so erreicht.“ Auch Wolfgang Goschenhofer (Grüne/Frauenliste) sieht kein Problem darin, neu auftauchende Ideen, die ja oft auch aus der Bevölkerung kommen, beizeiten einzubringen und neue Varianten prüfen zu lassen. „Es geht immer darum, die beste Lösung zu finden“, so Goschenhofer. Die anderen Nutzungen des Platzes, zum Beispiel als Freizeitsportmöglichkeit für nicht organisierte Jugendliche, sollten aber nicht eingeschränkt werden.

Thomas Knie (CSU) spricht sich als einziger Fraktionssprecher klar gegen das „Nachkarteln“ aus: „Wenn etwas beschlossen ist, ist es erledigt, sonst kommt man nicht weiter.“ Er lasse sich durchaus von besseren Lösungen überzeugen, aber das nachträgliche Ändern von Beschlüssen habe in den letzten zwei bis drei Jahren seiner Meinung nach überhand genommen; das treffe durchaus nicht nur auf die PWG zu.

Nördlingens Polizeichef Walter Beck fände die neue Lösung grundsätzlich besser als die auf der Kaiserwiese, mit der er bekanntermaßen nicht zufrieden ist, weil dort zu viel Verkehr in der Nähe herrscht. Bliebe der Vorschlag im Gespräch, müsste man zunächst überprüfen, ob die in den Richtlinien vorgegebene Größe auch gewährleistet sei.

Oberbürgermeister Hermann Faul ist unbedingt dafür, derartig neue Alternativen zu prüfen; das habe man sogar bei der Beschlussfassung im März ausdrücklich unterstrichen. Allerdings bringt er eine große Hürde ins Gespräch: „Aus meiner Erfahrung von zwei Posten als Polizeichef weiß ich, dass eine Mischung von Pausenhof und Verkehrsübungsplatz auf keinen Fall durchführbar ist.“ Der besagte Platz wird von der St.-Georgsschule als Pausenhof genutzt und müsste dann als solcher aufgegeben werden.

Eine Verflechtung von Pausen- und Verkehrsübungszeiten sei nicht praktizierbar, außerdem sollten zur Neuschaffung eines Verkehrsübungsplatzes Festinstallationen wie Ampeln geschaffen werden. Trotz dieser Bedenken gelte laut Faul: „Man macht sich mehr Gedanken, als nur am Beschluss festzuhalten.“

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