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24.04.2015

Vier Kirchen im Ries sind nach ihm benannt

Der hl. Georg als Drachentöter wurde auch Namenspatron für die große Georgskirche in Nördlingen.
Bild: Verlagsarchiv Steinmeier

Der heilige Georg wurde wegen seines Glaubens verfolgt und wohl 303 enthauptet

Der heilige Georg ist einer der 14 Nothelfer und Schutzpatronen verschiedener Städte, Länder, Adelsfamilien und Ritterorden. Georg (und seine sprachlichen Abwandlungen wie Schorsch, Jörg, Jörn, Jürg, Jürgen, Gerch, Gürgen, Hanjörg, Jörgen, York) gehört zu den beliebtesten Vornamen in Europa.

Sein Symbol in der Heraldik ist das Georgskreuz. Das rote Kreuz auf weißem Grund ist in vielen Wappen und Flaggen enthalten. Aber vor allem der Drache sowie seine Darstellung als Ritter mit Lanze sind seine bekanntesten Heiligenattribute. Manchmal wird der hl. Georg auch mit dem Palmwedel des Martyriums dargestellt.

Vom Leben des historischen Georgs (Geórgios) wissen wir – abgesehen von den bekannten Legenden – nur wenig. Sicher ist, dass er um 280 in Kappadokien in der heutigen Türkei aufwuchs, in jungen Jahren Soldat wurde, später Offizier im Dienst des römischen Kaisers Diocletian war und in der Truppe vor allem Georgs Tapferkeit und Klugheit geschätzt wurden. Als jedoch Anfang des dritten Jahrhunderts unter Diokletian erneut Christenverfolgungen einsetzten, blieb auch der zum Christentum gekommene Georg nicht verschont.

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Nachdem er sich für andere Christen eingesetzt und so seinen eigenen Glauben bekannt hatte, wurde er festgesetzt, gefoltert und schließlich an einem 23. April vermutlich 303 enthauptet. Bald schon bildeten sich im kleinasiatischen Raum Legenden um den hl. Georg. Am bekanntesten ist die Darstellung des Heiligen, wie er als Ritter auf einem Pferd sitzt und einen zunächst übermächtig erscheinenden Drachen bekämpft.

Georg rettet dabei eine Königstochter vor dieser Bestie, indem er dieses Ungeheuer tötet. Die Jungfrau ist eine Opfergabe, die der Drache von den Bewohnern der Region stets gefordert hatte. Danach ist das Land vom Bösen befreit und viele Menschen lassen sich taufen. Diese Legende, die den Georg als Bezwinger des Bösen zeigt, entstand zur Zeit der Kreuzzüge. Ritter brachten seinen Namen und seine guten Taten aus dem Heiligen Land mit in die europäische Heimat. So steht sein Name für Tapferkeit und Nächstenliebe, Ritterlichkeit und Höflichkeit: Der heilige Georg ist eines der kämpferischsten Vorbilder der gesamten Christenheit und wurde wohl deswegen von mehreren Ritterorden verehrt. Selbst im Islam ist Georg unter dem Namen Circis bekannt und gilt dort als Prophet. Der Heilige, von dem an vielen Orten Europas Reliquien verehrt werden, ist unter anderem Schutzpatron von England und natürlich Georgiens, zahlreicher Ritterorden, einiger Handwerksberufe, des Bistums Limburg und der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Nach ihm benannte man beispielsweise im Ries die Kirchen in Mönchsdeggingen, Nördlingen, Pfäfflingen und Reimlingen. Auch im bäuerlichen Leben gehört Georg bis heute zu den wichtigsten Heiligen. Ab dem Georgstag, dem 23. April, dürfen die Felder nicht mehr betreten werden. Schulden aus dem alten Jahr wurden früher maximal bis zum Georgstag gestundet. Gemeinhin galt: „Am Jürgatag fangt dr Friahle earscht richte a. Was drvor wechst, soll ma mi’m Holzschlegel wiedr en da Boda nei’schlaga.“ Oder: „Jürgatag, rech d’ Wiesa a!“ – Auch an die Pferde denkt man am Georgstag: Pfarrer segnen die Pferde der Reiter (Ritter) und Bauern und an manchen Orten, vor allem in Oberbayern, finden bis heute die traditionellen Georgiritte statt.

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