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Konzert

06.11.2017

Von Paukenschlag bis Glockenklang

Frederike Fechner (Viioloncello) und Marina Paccagnella (Harfe) gaben ein Konzert in Reimlingen.
Bild: Hubel

In Reimlingen trat das Duo Pavane auf: Wie Harfe und Violoncello harmonieren

Das „Duo Pavane“ hat in der Kulturetage des Reimlinger Schlosses ein Konzert gegeben. Zur Eröffnung wählten die Musikerinnen Friederike Fechner, Violoncello und Marina Paccagnella, Harfe, das Adagio in C-Dur von Beethoven (1770-1827). Diese Komposition begann mit dem melodieführenden Cello, das die Themen vorgab und denen die Harfe folgte. Daraus entwickelten sich Variationen, mit teils Glockenspielcharakter. Hier zeigte sich bereits die gute Ausgeglichenheit der beiden Stimmen.

Es folgte dann die Nocturne Concertant op. 70 von Bochsa (1789-1856), die für Fagott und Harfe geschrieben wurde. Das Allegro vivace, das am Anfang mit seiner Akkorddichte wie Paukenschlagimitationen klang, ging über in eine perlende Melodieführung der Harfe mit wachsender Intensität und stufenförmiger Aufwärtsführung des Themas. Beim Andante hatte das Cello die Führung, übergab sie an die Harfe, welche auch als Soloinstrument agierte. Der Schlusssatz, semplice con variazion, begann mit treibenden Themen. Die lebhafte Melodieführung, die wie schwere herabfallende Tropfen wirkte, wurde im Wechsel der Instrumente bis zum Schlussakkord vorangetrieben.

Danach wechselte das Duo mit „Pavane pour une infante défunte“ (Pavane für eine verstorbene Prinzessin) zur Musik von Ravel (1875-1937). Die ruhige, fließende, vom Cello vorgegebene Melodie wurde von der Harfe übernommen und ging über in eine schwermütige Klangfärbung. Es folgte noch das „Pièce en forme de Habanera“. Es hat seinen Namen von Havanna. Dabei muss das Cello die Stimmen der Blasinstrumente imitieren, die Harfe ist stellvertretend für das Orchester tätig. Nach lange anhaltendem Beifall ging es in die Pause.

Danach gab es kurze Erläuterungen zur Geschichte der Harfe sowie deren Bauweise.

Fortgesetzt wurde das Konzert mit dem Werk von Romberg (1767-1841), Sonate op. 5 Nr. 3 – hier war die Cellistin gefordert. Im einleitenden Allegro glänzte sie durch eine brillante Wiedergabe, während die Harfe den Orchesterteil übernahm. Darauf ein kurzer Solopart der Harfe mit Pizzicato-Begleitung durch das Cello. Das folgende Andante wurde vom Cello angeführt und in munteren Schritten vorangebracht. Nun wurden die Bässe der Harfe dominant, bis diese die Melodie übernahm und der Satz mit einem mächtigen Schlussakkord endete. Das folgende Polacca Rondo, eine konzertante Variante der eigentlichen Tanzmelodie im Wechsel der Instrumente, wurde abgelöst durch ein kurzes Zwischenspiel der Harfe, um dann gemeinsam die Tanzmelodie wieder aufzunehmen. Jetzt bekam das Ganze stufenweise mehr Fahrt bis zum abrupten Schlusstakt.

Es folgte die Arie „O Du mein holder Abendstern“, aus der Oper Tannhäuser, Wagner (1818 -1883). Hier wurde die Singstimme am Cello nachvollzogen und gab dieser eine ausdrucksstarke Position, während die Harfe den Orchesterpart hatte. Der weiche Klang des Cellos kam hier der menschlichen Stimme sehr nahe.

Ein Werk besonderer Art von Huber, Fantasia op. 13, ließ beide Instrumente nacheinander in virtuoser Solomanier auftreten. Dann wurden sie geschickt zum Orchesterklangbild vereint, sowie in ein Solo des Cellos mit Harfenbegleitung geführt. Plötzlich verschmolzen die Stimmen erneut elegant bis zum wuchtigen Schlussakkord.

Beifall des begeisterten Publikums erklang, das sich erfolgreich eine Zugabe erklatschte, „Der Schwan von Camille Saint-Saëns“. Zum Abschluss bedankte sich Dr. Diethard Pfeiffer bei den Künstlerinnen und verabschiedete die Zuhörer. (hls)

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