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Nördlingen

05.07.2020

Warum doch nur ein einziger Traktor zum Auto-Kino in Nördlingen kam

Ein Auto und ein Traktor stehen auf der Kaiserwiese. Viele Besucher haben ihre Autokino-Tickets kurzfristig storniert.
Bild: Pauline Herrle

Plus Nach einem anonymem Anruf bei der Polizei mussten Schlepperfahrer zu Hause bleiben. Die Veranstalter sind enttäuscht.

Gähnende Leere am Samstagnachmittag auf der Kaiserwiese: Ursprünglich sollten Dutzende Traktoren zum Autokino anrollen, doch daraus wurde nichts. Die beiden Veranstalter Johannes Böhm und Martin Hauptmann sind enttäuscht: „Eigentlich sollte die vorgesehene Fläche voll sein. Doch wir sind uns leider sicher, dass diese sich nicht mehr füllen wird.“

Grund dafür ist ein anonymer Anrufer. Dieser wies die Polizei darauf hin, dass auf die Nummernschilder der Traktoren geachtet werden muss. Ein grünes Schild am Bulldog weist auf eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung hin, weshalb diese nicht die Erlaubnis haben, außerhalb des Betriebs – somit für einen Kinobesuch – eingesetzt zu werden. Zugelassen für den Freizeitbetrieb sind ausschließlich Traktoren mit einem schwarzen Nummernschild.

Am Vorabend rief die Polizei an

Böhm erreichte der Anruf der Polizei am Vorabend, weshalb er die gesetzlichen Umstände kurzfristig publik machen musste. Dies zog viele Stornierungen nach sich – 70 stornierte Tickets mit ungefähr 35 Traktoren. „Unsere Intention hinter der Aktion war es, den Menschen eine schöne Abwechslung zum Corona-Alltag zu bieten“, erzählt Böhm, an rechtliche Hindernisse haben die beiden Veranstalter dabei im Vorfeld nicht gedacht. Bei dieser Idee orientieren sie sich an anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, wo bereits mehrmals Autokinos für Traktoren angeboten wurden, die mit guter Rückmeldung stattfanden. Zudem wollten sie mit dem Film „Die letzte Sau“ vom Nördlinger Regisseur Aron Lehmann einen kulturellen Beitrag leisten.

Warum doch nur ein einziger Traktor zum Auto-Kino in Nördlingen kam

Auf einmal ist doch noch ein Traktorengeräusch zu hören: Drei junge Männer kommen auf einem alten Bulldog angetuckert. Sie scheinen nichts von der Aufregung um die Nummernschilder mitbekommen zu haben. Glücklicherweise weist ihr Traktor ein Nummernschild auf, mit dem der Ausflug kein Problem ist. Mit freier Platzwahl und einem Sonnenschirm gegen die pralle Sonne am späten Samstagnachmittag steht einem Kinonachmittag nichts mehr im Weg. Kurz vor Beginn der Prämierung fährt die Polizei vor, die nach dem Anruf eine Kontrollrunde auf dem Gelände fahren muss. Ein weiteres Auto findet seinen Weg ins Autokino.

Drei junge Männer gewinnen Kinogutscheine

Kurz vor Beginn des Films findet die Prämierung statt. Dabei haben es die drei Jungs Dominik Kimmel, Paul Wenger und Valentin Million als einzige Besucher mit einem Traktor einfach. Mit dem Baujahr 1950 gehört ihr „Allgaier Kälble“ zu den Oldtimern. Kinobesitzer Böhm beschenkt die drei aufgrund der Umstände mit Kinogutscheinen – für jeden einen. „Schade um die eigentliche Idee hinter der Aktion“, meint Böhm, aber wenigstens können sie den Jungs eine Freude machen, denn eine private Kinovorstellung kann auch nicht jeder vorweisen.

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22.07.2020

Scheiß Behörden. Müssen immer auf Paragraphen reiten. Von wegen Freund und Helfer...

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