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Konzert

29.06.2019

Welthits in deutscher Sprache

Sängerin Conny Labsch präsentierte in Oettingen Kostproben ihrer Adaptionen in deutscher Sprache von Welthits der vergangenen Jahrzehnte.
Bild: Ernst Mayer

Conny Labsch präsentiert in Oettingen ihr individuelles Musik-Konzept

Welthits in deutscher Sprache hat Sängerin Conny Labsch – inmitten bunten Scheinwerferlichts – in Oettingen präsentiert. An ihrer Seite zwei hervorragende Musiker, Arndt Püschke mit dem Beetle-Bass und Michael Lane mit der E-Gitarre. Gelegentlich greift Labsch selbst zum Instrument. Sie singt: „Wenn du bei mir bist, habe ich keine Angst“, eine Adaption von „Stand by me“ von Ben E. King. Der deutsche Titel „Bleib bei mir!“ und die aus dem Englischen übertragenen Sätze stammen aus Connys eigener Feder. Die beiden Musiker adaptieren ihrerseits die instrumentale Begleitung.

Arndt liefert die trocken klingende Bass-Linie und Michael den für Rhythm and Blues typischen Rhythmus mit einer einfachen Akkordfolge. Stevie Wonders „I just called to say I love you“ wird bei Conny zu „Ich ruf dich an, weil ich dich liebe“. Ein Thema, das sich durch ihre verbindenden Ansagen zieht, kein Wunder, wenn in den meisten Songs die Liebe das Hauptthema ist und die schmelzenden Melodien ihre Wirkung zeigen. „Wundervoll ist die Welt“ für Louis Armstrong geschrieben, und von Conny Labsch als deutsche Fassung vorgestellt, trees of green, red roses too, what a wonderful world.

Auf ähnliche Weise verwandelt sie den Refrain von Bob Dylans „Blowin’ in the wind“ in „Die Antwort gibst du und nicht der Wind“ oder den Beatles-Song „Let it be!“ in „Lass geschehn!“ – dazu eine super Gitarrenbegleitung der Mini-Band im Pickingstil. „Lady in black“ beginnt in Connys Deutsch-Version: „Es war am Samstag-Morgen“.

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Die „Rose“ von Bette Midler ist für sie ein Motiv für den Satz „Es geht immer um die Liebe.“ In die kann man sogar hineinfallen „It’s so easy to fall in love“ verleitet zu der Behauptung „Verliebt zu sein, nichts leichter als das“ – besonders wirkungsvoll in einer sentimentalen Melodik.

Da passte noch gut Eros Ramazotti dazu: „Sa bastasse una canzone“, aus italienisch wird deutsch: „Wär’s genug denn, ein Lied?“ Nein, noch nicht, es kommen noch Ohrwürmer wie John Lennons „Imagine“ – „Denk es dir“, dazu Grooves von Shocking Blue und Leonhard Cohens „Hallelujah“, Edith Piafs „No, je ne regrette rien“ und Abba aus Schweden. „Chiquitita“ zeigt gewissermaßen die Grenzen der Übertragung auf, wenn die Sprachrhythmik nicht kongruiert.

Alle, die sich durch dieses individuelle Musik-Konzept herlocken ließen, mussten es nicht bereuen, denn die Künstlerin versuchte den Welttiteln, die sie sich ausgesucht hat, mit neuen, deutschen Texten, eine neue Attraktivität zu verschaffen.

Vor allem wollte sie wohl manchen Menschen, weil sie die Songs in anderen Sprachen nicht verstehen, Texte liefern, um die poetischen Inhalte der deutschen Mentalität näher zu bringen. Der unterschiedliche Sprachrhythmus und die Satzstellung erzwingen neu gedichtete Reime. Als gelernte Literatur- und Sprachwissenschaftlerin war sie gut beraten, dass sie nicht einfach übersetzte, sondern Interpretationen kreierte, die ihre Liebe zu diesen Hits der vergangenen Jahrzehnte und die Zuneigung zu den Originalen offenbarten. Mit zwei Songs von Violetta Parra und Frank Sinatra dankte sie dem liebevollen Beifall ihrer Zuhörer.

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