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Musik

13.11.2019

Wunderbare Stimmung erzeugt

Cristina an der Flöte (links) und am Fagott (rechts) erzeugten mit ihrer Pianistin Kim besondere Stimmungen.

Das Trio Vento dell’Est bezaubert die Zuhörer mit Herbst-Atmosphären, Märchen-Themen und bekannten Opern-Melodien

Die Reihe „Klassik im Ries“ der Raiffeisen-Volksbank Ries erfindet sich immer wieder neu. So setzten die Organisatoren neben ,echten’ Klassikkonzerten schon in der Vergangenheit immer wieder auf moderne oder ungewöhnlichere Ensembles und Vorträge. Der Saisonstart 2019/20 begann mit dem abwechslungsreichen Programm „Vento dell’Est“.

Dazu trugen nicht nur die musikalisch überzeugenden Damen – Heejung Kim am Klavier, Cristina Bojin an der Flöte und Makiko Kunow-Hirata am Fagott – bei, sondern auch Hartmut Betz vom Co-Veranstalter Kulturform Nördlingen, der durch das Programm führte.

Er ordnete die Stücke aus verschiedenen Epochen für die Zuhörer ein, bezeichnete Mozarts Divertimento in Es-Dur als die Pop-Musik des 18. Jahrhunderts und dementsprechend die Verdi-Opern als die Gassenhauer des 19. Jahrhunderts.

In den vier Sätzen des Mozart-Stückes wärmten sich die Künstlerinnen musikalisch auf: Nach einem getragenen Andante in November-Stimmung trumpfte die Flöte mit frechen bis energischen Trillern im Menuetto und weiter in der Polonaise auf. Im abschließenden Presto treibt das Piano entschlossen an.

Besonders überzeugend waren die Ostwind-Damen bei den romantischen und zeitgenössischen Werken. Die Romanze des deutschen Komponisten Heinrich Marschner aus Zittau überzeugte durch schnelle, aber fließende Stimmungswechsel. Die melodiöse Flötenstimme nimmt unbemerkt Fahrt auf, bremst sich selbst wieder und schwankt zwischen Fragen und Drängen. Das Fagott ist dabei besonders weich und angenehm zu hören. Mit den Blasinstrumenten gelingt es hervorragend, Stimmungen von Jahres- und Tageszeiten zu erzeugen. Kaum vorstellbar, dass der französische Komponist und Flötist Philippe Gaubert seine „Trois Aquarelles“ im Jahr 1915 in einem Schützengraben geschrieben hat. Die Intensität eines klaren Morgens, sprudelnd und kraftvoll sowie ein expressiver Herbstabend sind für das Publikum klar zu erkennen und nachzuspüren. Bei der Serenade wird eine orientalische Stimmung angespielt, flirrende Hitze kommt von der Flöte und eine gemütliche Wüstenkarawane vom Fagott.

Luciano Sgrizzi war ein italienischer Komponist im 20. Jahrhundert. Seine Originalkomposition für die Besetzung Piano-Flöte-Fagott „Elegia e Scherzo“ überzeugte mit schöner Stimmung und einem pfiffigen Schluss. Das Arrangement von Gustave Sandré von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ ist ein Medley der bekannten Melodien, wie „Brüderlein, komm’ tanz’ mit mir“ oder dem Abendsegen. Das Rieser Publikum kam hier in den Genuss einer Rarität der Kammermusik – gefällig und auf hohem Niveau präsentiert. Ähnlich hoch einzustufen ist die Aufführung des Duetto Concertato „Thema von Verdi“, in dem der Flötist Pietro Morlacchi und der Fagottist Antonio Torriani, die um 1850 gemeinsam in Mailand studiert hatten, beliebte Melodien und Arien aus Verdi-Opern verarbeiteten. Flöte und Fagott wechseln sich ab, ergänzen sich kraftvoll und zurückhaltend. Die Künstlerinnen von Vento dell’Est haben es hervorragend verstanden, gute Unterhaltung und hohes musikalisches Niveau zu verbinden. Dabei war es ihre besondere Stärke, Stimmungen und Atmosphären heraufzubeschwören.

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