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Adventszeit

09.12.2019

Wunderbare Weihnachtskantate wird in St. Georg aufgeführt

In der St. Georgskirche wurde eine Weihnachtskantate aufgeführt, bei der drei Chöre, eine Band sowie ein Dirigent auf der Bühne standen. Komponist Klaust Wüsthoff hatte sich einen besonderen dramaturgischen Kniff ausgedacht.
Bild: Peter Urban

Plus Drei Chöre, eine Band und ein akribischer Dirigent führen in der St. Georgskirche die Weihnachtsgeschichte auf. Von Komponist Klaus Wüsthoff gibt es einen besonderen Kniff.

Wenn Kirchenmusikdirektor Udo Knauer sich auf ein Projekt einlässt, darf man getrost davon ausgehen, dass er ein Ergebnis liefert, das sich sehen – oder besser gesagt – hören lassen kann. So geschehen am 2. Advent in der St. Georgskirche Nördlingen.

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Drei Chöre – der Sing@Life-Gospelchor, der Kammerchor Sankt Georg und die Kinderkantorei Sankt Georg – Solisten und Band bescherten den zahlreichen Gästen in der fast komplett gefüllten Kirche einen fabelhaften musikalischen Abend. Angekündigt war Klaus Wüsthoffs „Weihnachtskantate für junge Leute“, ein gerade mal 47 Jahre altes, populäres und oft aufgeführtes Stück, das die biblische Weihnachtsgeschichte geschickt mit den kommerziellen Auswüchsen der modernen Vorweihnachtszeit verknüpft.

Doch da die Kantate mit nur etwa vierzig Minuten Dauer keinen ganzen Konzertabend füllt, hat Dirigent Udo Knauer drei internationale Lieder vorangestellt: John Rutters „Star Carol“ und „Be A Candle Of Hope“ von Becki Mayo, die von Sing@Life und der Kinderkantorei interpretiert wurden.

Wunderbare Weihnachtskantate wird in St. Georg aufgeführt

Der Dirigent führte drei Chröre zusammen

Doch ganz zu Beginn stand das „Gloria“ des schwedischen Musikers und Komponisten Jan Sandström. Zweifellos das Highlight des Abends, denn der Kammerchor sang dieses Lied unglaublich gefühlvoll, nuanciert, pointiert, behutsam geführt von Udo Knauer. Ein Erlebnis. Wirklich schön zu beobachten war auch die Arbeit des Dirigenten, wie er die drei Chöre für die Weihnachtskantate zusammenführte. „Wir haben in Nördlingen das Glück, beste Voraussetzungen zu haben: viele junge Stimmen und viele aufgeschlossene Erwachsene, so dass wir die Kantate nach 2001 nun ein zweites Mal aufführen können,“ ließ sich Udo Knauer im Programmheft zitieren. Dazu kam der dramaturgische Kniff des inzwischen 97-jährigen Komponisten Klaus Wüsthoff, den Gesamtchor in drei Gruppen aufzuteilen: links stehen die Zweifler und Kritiker, in der Mitte die „Verkündiger“ (Engel, etc.) und rechts die Hirten. Die „Linken“ verspotten das Weihnachtsfest („Nun geht’s wieder los mit dem Weihnachtsrummel“), sind genervt von „Stille Nacht, heilige Nacht“ und können nicht so richtig glauben, dass ein kleines Kind die Welt retten soll.

Es gab lang anhaltenden Applaus

Rechts stehen die Gläubigen und die „Lobpreiser“, die von der Weihnachtsgeschichte überzeugt sind. In diesem Spannungsfeld stehen Liedzeilen wie „Eine Muh, ein Mäh, eine Tätärätätä …“ neben „Freue Dich, o Christenheit“ und „Nun geht es wieder los mit dem Kaufen und Schenken und dem Freuen – und Bedanken“ neben „…und alles Volk auf Erden singt Halleluja“. Auch die Mischung von Erwachsenen- und Kinderchor trug zum Gelingen des Abends bei: einerseits die unbeschwerte Leichtigkeit der Kinder (und das gewollte Herumzappeln), andererseits die Gediegenheit der Erwachsenen, die mehr auf Ernsthaftigkeit bedacht waren. Dazu Musik, die den Pop-Stil der 1970er Jahre gekonnt mit Elementen klassischer Musik verschmelzen lässt.

Aus allem entstand – zusammen mit dem zeitlos aktuellen Stil von Musik und Text – ein genussreicher entspannter Abend, den das Publikum mit lang anhaltendem Applaus würdigte. Sogar eine Zugabe war nötig, bei Beethoven hätte man sagen können, als Da Capo den letzten Satz mit der Ode an die Freude wiederholt, hier lautete er „Freu’ Dich, Erd- und Sternenzelt. Freude!“

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