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30.11.2019

Zahlreiche Sänger und eine Band

Weihnachtskantate wird in Sankt Georg aufgeführt

Ein Großaufgebot an Kindern sowie jugendlichen und erwachsenen Sängern präsentiert am zweiten Advent, 8. Dezember, in der Nördlinger St. Georgskirche ein ungewöhnliches Weihnachtsstück von Klaus Wüsthoff nach Texten von Gisela Behm: die „Weihnachtskantate für junge Leute“. Unter der Leitung von Udo Knauer singen und musizieren der Sing@Life-Gospelchor, der Kammerchor und die Kinderkantorei St. Georg, eine Band und Solisten aus den Chören – insgesamt rund 140 Mitwirkende. Das Konzert beginnt um 17 Uhr, Einlass ist ab 16.15 Uhr. Karten gibt es bei der Tourist-Info Nördlingen und an der Abendkasse.

Der Titelzusatz „für junge Leute“ ist dem Ort der Uraufführung geschuldet. Die fand 1972 an einer Berliner Oberschule statt, wo die Verfasserin des Textes, Gisela Behm, als Musiklehrerin tätig war. Dabei ist das Stück beileibe nicht nur für junge Leute gedacht. Behm begnügte sich nicht mit der reinen Nacherzählung der Weihnachtsgeschichte, in der Gläubige, Hirten und die Weisen aus dem Morgenland (dargestellt vom Kammerchor), ein Erzähler (Oliver Böckh), Maria und Josef (Anne-Kathrin -Schäfer und Kai Weeber), der Verkündigungsengel (Rebekka Hundsdorfer und Theresa Knoll), die Engelsscharen (Kinderkantorei) und Herodes (Michael Enders) zu Wort kommen, sondern bringt zusätzlich eine Gruppe von Zweiflern und Kritikern inklusive der Wirte aus Bethlehem (Sing@Life-Gospelchor) ins Spiel.

Diese Zweifler bringen den Weihnachtsfrieden erst einmal gehörig durcheinander: Mit „Schon damals ging’s um Geld“ entlarven sie Kaiser Augustus’ Volkszählung. Mit „Nun geht’s wieder los mit dem Weihnachtsrummel – wir pfeifen drauf“ nehmen sie den vorweihnachtlichen Rummel aufs Korn und vermengen drei bekannte Weihnachtslieder, was zum Schmunzeln schräg klingt. „Die Probleme der Welt löst ein Kind nicht!“, skandieren sie weiter – in Zeiten von Fridays-for-future beklemmend aktuell. Am Ende lassen sich die Zweifler doch mitnehmen und stimmen, von der fünfköpfigen Band mit einem ordentlichen Pop-Groove versehen, in ein versöhnliches „O du fröhliche“ ein.

Klaus Wüsthoff komponierte eine Musik, in der die Pop-Stile der Sechziger und Siebziger Jahre geschickt mit Elementen klassischer Musik verschmelzen. Als „Vorprogramm“ zu der etwa vierzigminütigen Kantate erklingt Chormusik von Jan Sandström, John Rutter und der Amerikanerin Becki S. Mayo. (pm)

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