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Nördlingen

21.11.2018

Zerstörungswut in der Wohnung des Ex-Freunds

Eine 30-Jährige soll die Wohnung ihres Ex-Freunds verwüstet und ihn verletzt haben. Nun steht sie vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya

Eine 30-Jährige übernachtet beim früheren Partner und findet am nächsten Morgen ein Dirndl. Dann rastet sie aus. Nun steht sie vor Gericht.

Normalerweise hoffen Opfer vor Gericht auf eine angemessene Bestrafung des Täters. Nur in seltenen Fällen ist das Gegenteil der Fall, vor allem dann, wenn Opfer und Täter eigentlich befreundet sind. Dies geschah nun am Amtsgericht in Nördlingen. Ein 48-jähriger Nördlinger zog den Strafantrag gegen seine Ex-Freundin zurück – sie solle nach einem Besuch der Nördlinger Mess’ in seiner Wohnung ausgerastet sein. Die 30-Jährige war trotz des Rückzugs nicht ganz aus der Sache.

Es war der letzte Sonntag des diesjährigen Volksfestes in Nördlingen. Die beiden Ex-Partner waren jeweils mit Freunden auf der Mess’, tranken Alkohol und vergnügten sich. Als die 30-Jährige auf dem Heimweg noch Licht in ihrer früheren, gemeinsamen Wohnung sah, schaute sie bei ihrem ehemaligen Lebensgefährten vorbei. Denn schon in den Wochen davor kamen sich die beiden wieder näher. So verbrachten sie die Nacht auf den 10. Juni gemeinsam.

Am nächsten Morgen verflog jegliche Harmonie. Als die 30-Jährige das Dirndl einer anderen Frau in einem Zimmer liegen sah, drehte sie durch. Zunächst beschimpfte sie ihren Ex-Freund, dann warf sie Gegenstände aus dem Fenster, zerstörte mehrere Fernseher, brannte ein Loch in das Sofa und warf Dekoartikel durch die Zimmer. Ein Glassplitter verletzte den Geschädigten sogar am Oberschenkel. Vor Gericht sagte ein Polizist, es habe ausgesehen, als sei ein Elefant durch die Wohnung gelaufen. Laut Staatsanwalt Martin Neumann sei bei der Zerstörungswut ein Schaden von rund 3500 Euro entstanden. Er warf der Angeklagten gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung und Sachbeschädigung vor.

Angeklagte bestreitet gefährliche Körperverletzung

Zu Beginn der Verhandlung räumte die Angeklagte fast alles ein. Allerdings konnte sie sich nicht mehr an den ganzen Vorfall erinnern, da sie zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen sei. Die gefährliche Körperverletzung bestritt sie. Laut Staatsanwaltschaft solle sie eine Flasche nach dem 48-Jährigen geworfen haben, die Splitter sollen ihn verletzt haben. Die Angeklagte wie auch das Opfer sprachen davon, dass sie die Flasche ohne Ziel in den Raum warf. „Ich wollte ihn nicht treffen“, sagte die Angeklagte. Der Mann meinte sogar, dass die Verletzung gar nicht durch die zerbrochene Flasche entstanden sei. Doch nicht nur der eigentliche Sachverhalt war harmloser als zunächst angenommen, auch der Grund für den Ausraster der Frau war unbedarft. Das Dirndl in dem Nebenzimmer gehörte einer Arbeitskollegin des 48-Jährigen, er bot ihr damals lediglich ein Zimmer an, da sie noch keine Wohnung hatte. Im Nachhinein könne der Geschädigte verstehen, dass seine Ex-Freundin dies falsch verstand. „Sie hat sich später entschuldigt und mehr kann ich nicht verlangen“, sagte der 48-Jährige. Den bei dem Ausraster entstandenen Schaden habe die Angeklagte mittlerweile beglichen. Für den Geschädigten war damit die Sache geklärt, deshalb zog er seinen Strafantrag während der Verhandlung zurück. Der Verteidiger Roman Gercek schlug der Richterin Katrin Wegele und dem Staatsanwalt eine vorläufige Einstellung des Verfahrens mit einer Auflage vor: Die Angeklagte solle 1500 Euro an die Lebenshilfe Donau-Ries zahlen. Sowohl die Richterin als auch der Staatsanwalt gingen auf den Vorschlag ein.

Erst vor wenigen Tagen wurde ein Fall am Amtsgericht verhandelt, bei dem sich ein Paar gestritten hat und die Partnerin ebenfalls von einer Strafverfolgung absehen wollte, den Artikel lesen Sie hier: Ohrfeigen zum Nachtisch

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