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28.07.2010

Zoff im Gemeinderat

Zu einem heftigen Disput ist es in der jüngsten Fremdinger Gemeinderatssitzung zwischen Gemeinderat Erwin Neureiter (CSU) und Bürgermeister Klaus Lingel gekommen.

Neureiter hatte sich unter dem Tagesordnungspunkt "Sonstiges" zu Wort gemeldet und angeregt, nach dem Neubau der Kinderkrippe (wir berichteten) auch Räumlichkeiten in der Grundschule, insbesondere die Toilettenanlagen, auf den neuesten Stand zu bringen. Zudem monierte er veraltete Teppichböden und nicht mehr zeitgemäßes Mobiliar beispielsweise im Lehrerzimmer.

Er vertrete die Auffassung, so der Gemeinderat weiter, dass nur ein saniertes WC (getrennt nach Mädchen und Jungen) für die 136 Schülerinnen und Schüler zu wenig sei. Im gesamten Schulgebäude gebe es mehrere Toiletten, von denen man wenigstens eine weitere in einen ordentlichen Zustand versetzen sollte. "Wir haben doch Geld in der Gemeinde. Dann können wir doch solch verhältnismäßig kleinen Dinge erledigen", argumentierte Neureiter. Außerdem gehöre der Brandschutz im gesamten Gebäudetrakt dringend überprüft.

Bürgermeister Lingel, sichtlich überrascht, reagierte verärgert. Er verwies auf Aussagen des Schulamtes, wonach für die augenblickliche Schülerzahl eine Toilette ausreiche. Außerdem könnten von den Kindern jederzeit die übrigen WCs benutzt werden, die zwar nicht auf dem neuesten Stand, aber dennoch benutzbar seien. Lingel erwähnte die Beschlusslage im Gemeinderat, wonach der Schwerpunkt zunächst auf dem Bau der Kinderkrippe liege und danach Verbesserungen im Schulbereich an die Reihe kämen. "Das haben wir doch gemeinsam so vereinbart und du warst dabei", sagte er in Richtung Neureiter.

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Thema Hartplatz

Dieser ließ jedoch nicht locker und fragte nach dem derzeit nicht genutzten Hartplatz neben dem Schulgebäude, dessen Sanierung anstehe, jedoch nichts vorwärts gehe. Neureiter kündigte an, ein entsprechendes Angebot vorzulegen, das unter den von der Gemeinde veranschlagten 100 000 Euro liege. Interesse an der Nutzung des Platzes habe auch die Schulleitung bekundet. Lingel antwortete mit einem Verweis an höhere Stellen, in dem Fall an die Regierung von Schwaben, die erklärte habe, der Platz sei für den Schulbetrieb nicht mehr notwendig, weil es keine Hauptschule mehr gebe.

Wie berichtet, wollen Jugendliche dort Basketball spielen, wofür bereits ein entsprechender Antrag von der örtlichen Jungen Union gestellt worden ist. Dieser wurde jedoch laut Bürgermeister wieder zurückgezogen, weshalb er ihn auch nicht weiter verfolgt habe.

Lingel, mittlerweile in Rage, warf in der Sitzung Neureiter vor, mit seinen Ausführungen nur eine "Show" veranstalten zu wollen und "Polemik" zu betreiben. Dieser blieb ruhig und meinte, er könne auf seine Anliegen wohl ordentliche Antworten des Bürgermeisters erwarten.

Zuvor hatte das Gremium zwei Einbezugssatzungen für Grundstücke im Ortsteil Schopflohe einstimmig verabschiedet. Damit wurde Baurecht geschaffen und die Grundstücksbesitzer können mit den geplanten Bebauungen beginnen.

Zudem gab Klaus Lingel bekannt, dass seitens des Landratsamtes für die Gemeinde Fremdingen ein Bedarf von fünf qualifizierten "Kindertagespflegeplätzen" anerkannt worden sei. Dahinter verbirgt sich eine Tagesmutter, die Kinder zu bestimmten Zeiten betreut, in denen die Eltern nicht zur Verfügung stehen, weil sie beispielsweise noch berufstätig sind oder sich aus anderen Gründen nicht um ihre Sprösslinge kümmern können.

Nach Angaben von Geschäftsleiter Frank-Markus Merkt wird derzeit ein solcher Platz in der Kommune in Anspruch genommen; zwei weitere sollen allerdings demnächst folgen. (bs)

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