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Wemding: Zimmerer-Azubis freigesprochen: Als Fachkräfte dringend gebraucht

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Zimmerer-Azubis freigesprochen: Als Fachkräfte dringend gebraucht

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    Die Zimmerer aus dem Landkreis Donau-Ries sind bei einer Feier in Wemding freigesprochen worden. In den Händen halten sie ihre Gesellenbriefe.
    Die Zimmerer aus dem Landkreis Donau-Ries sind bei einer Feier in Wemding freigesprochen worden. In den Händen halten sie ihre Gesellenbriefe. Foto: Matthias Link

    18 Zimmerer aus dem Landkreis Donau-Ries haben am Freitag den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung gefeiert. Bei der Feier in der Gaststätte "Zur Wallfahrt" in Wemding wurden sie offiziell freigesprochen. Die Zimmerer hatten ihre dreijährige duale Ausbildung in verschiedenen Betrieben der Region absolviert und für das Berufsgrundschuljahr die Berufsschule in Donauwörth besucht. Im zweiten und dritten Lehrjahr besuchten sie die Fachklassen an den Berufsschulen in Immenstadt und Ansbach. Ab dem Schuljahr 2024/25 sollen angehende Zimmerer und Schreiner alle Berufsschuljahre in Donauwörth absolvieren können, bis dahin soll der Neubau an der Berufsschule für die beiden Holz-Berufe fertig sein.

    Die Redner stellten einstimmig die große Bedeutung des Zimmererhandwerks für die Energiewende und für nachhaltiges Bauen heraus. Insbesondere Holzhäuser seien zunehmend gefragt und leisteten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und zum Energiesparen. Franz Motz, Obermeister der Zimmererinnung Donau-Ries, wies auf die guten Berufschancen der Jung-Gesellen hin: Die Fachkräfte würden dringend gebraucht. Viele Handwerker der geburtenstarken Jahrgänge gingen bald in Rente.

    Landrat Rößle: Im Handwerk gutes Geld verdienen

    Landrat Stefan Rößle sagte zur Lage des Handwerks, dass es Schwierigkeiten gebe, junge Leute zu finden. Viele Handwerker wechselten in die Industrie. Deutschlandweit habe sich die Zahl der Auszubildenden im Handwerk seit 1990 etwa halbiert. Rößle kritisierte die Akademisierung als einen "Trend, der problematisch ist für unser Land". Man könne auch im Handwerk gutes Geld verdienen, sagte der Landrat, der auch den Mittelständlern dankte, dass sie ausbilden.

    Martin Paul Gorchs ist Referent des Landesinnungsverbands des Bayerischen Zimmererhandwerks, ein Arbeitgeberverband. Ihm zufolge stünden speziell die Zimmerer unter den Handwerkern nicht so schlecht da. Im vergangenen Schuljahr habe seit 20 Jahren wieder die Marke von 3000 Auszubildenden bayernweit überschritten werden können. Johann Roßkopf, Zweiter Bürgermeister der Stadt Wemding, forderte, an Mittel- und Realschulen mehr Werbung für das Handwerk zu machen. Auch Wemding saniere seinen Kindergarten in Holzbauweise. Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler (CSU) sagte, dass er den Impuls mitnehme, dass die Politik etwas fürs Handwerk tun müsse. Er wies darauf hin, dass bereits ab diesem Schuljahr an allen allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen in Bayern ein verpflichtender "Tag des Handwerks" eingeführt wird.

    Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Zimmerer

    Konrad Rebholz, Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben, benannte schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Zimmerer: Dazu zählen die Steigerungen bei Preisen, Energie- und Materialkosten und Zinsen sowie ungünstige staatliche Förderbedingungen für Neubauten. Gerade der Einbruch bei Neubauten sei ein großes Problem. Dennoch könnten die Jung-Gesellen zuversichtlich sein, denn die politischen Ziele beim Klimaschutz und im Wohnungsbau seien "Themen unseres Jahrzehnts, ja Jahrhunderts".

    Joachim Sigg, stellvertretender Kreishandwerksmeister, sprach die Auszubildenden frei von ihren Rechten und Verpflichtungen gegenüber der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb und überreichte die Gesellenbriefe. Als Innungsbester wurde Tizian Müller geehrt (Note 1,2 in der Praxis und 1,9 in der Theorie). Mehrere der Jung-Gesellen waren auch am Bau des Freundschaftshauses im Ahrtal beteiligt gewesen.

    Erwin Taglieber erhielt von der Handwerkskammer Schwaben den Goldenen Meisterbrief für seine langjährige und vorbildliche Tätigkeit im Handwerk. Günter Enßlin wurde vom Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Seit 1996 ist er Lehrlingswart der Zimmererinnung Donau-Ries und er hat sich um die Weiterentwicklung der Ausbildung verdient gemacht.

    Die neuen Zimmerer-Gesellen:

    Lukas Baugartner (Zimmerei Enßlin, Möttingen), Leon Burger (Eigner, Nördlingen), Felix Gutmann (Taglieber, Oettingen), Christian Hahn (Stark, Auhausen), Denis Dominik Häßler (Link&Hayd, Mertingen), Kevin Jägg (Link&Hayd, Mertingen), Maximilian Ulrich Jaumann (Taglieber, Oettingen), Silas Jung (Taglieber, Oettingen), Lars Lepp (Taglieber, Oettingen), Tizian Müller (Stark, Auhausen), Ramon Schreiber (Zimmerei Ludwig Schmidt, Tapfheim), Georg Frieder Schwarz (Stark, Auhausen), Jonas Steinmaier (Zimmerei Hönle, Wolferstadt), Lucas Steinmann (Stark, Auhausen), Moritz Thum (Taglieber, Oettingen), Garibaldi Michael Max Üschner (Taglieber, Oettingen), Josef Christoph Wagner (Eigner, Nördlingen), Tim Zäh (Meyr, Minderoffingen).

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