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Göttingen

31.05.2020

160 Menschen in Quarantäne nach Corona-Ausbruch in Göttingen

In Göttingen haben sich bei privaten Feiern mehrere Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das Gesundheitsamt verfolgt unter Hochdruck die Infektionsketten.
Bild: Swen Pförtner, dpa

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen bemühen sich die Behörden, weitere Kontaktpersonen zu testen. Offenbar wurden Abstandsregeln nicht eingehalten.

Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen arbeiten die Behörden mit Hochdruck daran, Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Mit Stand Samstagabend befanden sich 160 Menschen in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche. Bislang sind 35 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine Person sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. NDR-Informationen zufolge muss die Person künstlich beatmet werden. Alle andere seien bislang symptomfrei. 

Die Infektionen erfolgten bei oder nach mehreren größeren privaten Feiern. Nach Angaben der Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt hatten sich Familienverbände mit überregionalem Bezug aus weiten Teilen Niedersachsens und NRW offensichtlich am vergangenen Wochenende getroffen. Dabei sei das Distanzgebot nicht eingehalten worden, so dass es bereits am Dienstag zu ersten Infektionen gekommen sei, sagte Broistedt dem NDR.

Trittin: Einhaltung von Regeln zwingend nötig

Die Gesundheitsbehörden in Stadt und Landkreis Göttingen müssen ihren Angaben zufolge nun etwa 140 bis 200 Kontaktpersonen ersten Grades ausfindig machen. Nach Informationen des Göttinger Tageblatts kontaktierten Mitarbeiter des von Stadt und Landkreis gemeinsam betriebenen Gesundheitsamtes am Sonntagvormittag noch einmal knapp 75 Personen, die am Vortag trotz einer Aufforderung nicht zu einem Test erschienen waren. 

160 Menschen in Quarantäne nach Corona-Ausbruch in Göttingen

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Trittin, sagte, der Fall zeige, wie notwendig es sei, dass sich alle an die Regeln hielten. Alle müssten ihrer Eigenverantwortung gerecht werden, damit die Lockerungen funktionieren und es zu keiner zweiten Welle komme. 

Unterdessen wurde bekannt, dass sich - ebenfalls in Niedersachsen - in einer Flüchtlingsunterkunft in Ehra-Lessien ein Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion bestätigte. Nach einem Test von 24 Personen, die in direktem Kontakt mit dem Infizierten standen, seien sieben Personen ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden, so der Landkreis. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Zahlen weiter niedrig: 286 Neuinfektionen in Deutschland

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