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Benefizkonzert Manchester
05.06.2017

#OneLoveManchester: Ariana Grande und Co. setzen ein Zeichen

Der Konzertbesuch war für viele auch ein Zeichen gegen den Terror.
Foto: Anthony Devlin/afp

Mit einem dreistündigen Konzert vor 50.000 Fans haben US-Sängerin Ariana Grande und zahlreiche Musikerkollegen am Sonntag in Manchester ein Zeichen gegen den Terror gesetzt.

Eigentlich hat Mike kein großes Interesse an Ariana Grande, Justin Bieber oder Miley Cyrus. Der 33-Jährige trägt ein AC/DC-Shirt und begeistert sich kaum für Popmusik. Aber bei "One Love Manchester" wollte er unbedingt dabei sein. "Das musste einfach sein, das ist Manchester", erklärt Mike, der mit ein paar Freunden zu dem Benefizkonzert gekommen ist. "Wir müssen hier alle zusammenhalten. Hier geht's um Manchester." Und um das Gedenken an die 22 Opfer des Selbstmordattentäters, der seine Bombe nach dem Konzert von Ariana Grande vor knapp zwei Wochen gezündet hatte.

Robbie Williams singt: "Manchester, we're strong!"

Die meisten der 50.000 Zuschauer auf dem Cricketgelände von Old Trafford sind deutlich jünger als Mike. Sie haben bunt bemalte Gesichter und tragen Shirts mit der Aufschrift "I love Manchester" oder mit dem Bienen-Symbol, das in Manchester für Solidarität steht. Die Stimmung in Old Trafford ist keine 24 Stunden nach den erneuten Terrorattacken von London erstaunlich gut.

Take That, die am Abend noch ein Konzert im zwei Stunden entfernten Birmingham geben, treten früh auf. Die erhoffte Reunion mit Robbie Williams kommt dabei nicht zustande. Zwar kündigt Gary Barlow seinen "alten Freund" Robbie noch an, aber mehr als ein Abklatschen auf der Bühne ist nicht drin. Williams singt alleine seine Megaballade "Angels" und hat bei "Strong" den Text verändert: "Manchester, we're strong!" (Manchester, wir sind stark). Das kommt an.

Auch eine Wiedervereinigung von Manchesters Britpop-Kultband Oasis, über die spekuliert worden war, bleibt aus. Immerhin darf sich das Publikum über ein paar Oasis-Momente freuen. Zunächst singt Grande gemeinsam mit der Band Coldplay den 90er-Jahre-Klassiker "Don't Look Back In Anger". Später spielt Überraschungsgast Liam Gallagher drei Songs ohne Bruder Noel und bekommt viel Applaus.

Mehr als zwei Millionen Euro Spenden für die Terroropfer

Im Laufe des rund dreistündigen Konzerts begeistern auch Little Mix, Pharell Williams, Miley Cyrus und Katy Perry das überwiegend jugendliche und sehr textsichere Publikum. Und Justin Bieber. Als der Teenieschwarm nur kurz auf der VIP-Tribüne gesichtet wird, beginnen Tausende Mädchen zu kreischen. Lautstark singen sie seine Hits "Love Yourself" und "Cold Water" mit. Nach zwei Songs ist Bieber schon wieder verschwunden. Bei so vielen Stars hat jeder nur einen kurzen Auftritt.

Ariana Grande hatte das Konzert ins Leben gerufen. Bei ihrem Konzert in Manchester am 22. Mai hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und 22 Menschen getötet.
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Ariana Grande und viele Stars singen für Terroropfer
Foto: Dave Hogan/dpa

Derweil steigen die Spenden. Rund 2,6 Million Dollar (ca. 2,3 Millionen Euro) sollen während "One Love Manchester" zusammengekommen sein, berichtet "Variety", zusätzlich zu den 12,9 Millionen (ca. 11 Mio Euro) die bisher eingenommen wurden. Das Geld geht an die Opfer des Anschlags vor zwei Wochen.

Ariana Grande tritt mit einem High-School-Chor auf

Die Show erreicht ihren emotionalen Höhepunkt, als Ariana Grande mit dem Chor der Parrs Wood High School aus Manchester ihren Song "My Everything" singt. Die 12-jährige Chorsängerin Natasha Seth bricht dabei in Tränen aus. Grande nimmt sie in den Arm. Auch viele Konzertbesucher sind gerührt und greifen zu den Taschentüchern.

"Ich habe es geliebt. Ariana war so gut", schwärmt die 16-jährige Mia aus Manchester nach der Show. "Aber sie waren alle toll heute Abend." Weder Mia noch ihre gleichaltrigen Freundinnen waren beim Grande-Konzert vor zwei Wochen dabei. Aber es war ihnen wichtig, ein Zeichen zu setzen. "Wir sind hier wirklich als Gemeinschaft zusammengekommen", betont Anne. "Es ist gut, dass wir mit unserem Leben jetzt weitermachen, aber die Narben bleiben." dpa/AZ

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