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Medienbericht

12.12.2012

Bombe in Bonn: Sprengkraft mit Madrid-Anschlag vergleichbar

Die Bombe am Kölner Hauptbahnhof wird offenbar als extrem gefährlich eingestuft. Eine Detonation hätte angeblich eine ähnlich verheerende Wirkung haben könne, wie beim Anschlag von Madrid 2004.
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Die Bombe am Kölner Hauptbahnhof wird offenbar als extrem gefährlich eingestuft. Eine Detonation hätte angeblich eine ähnlich verheerende Wirkung haben könne, wie beim Anschlag von Madrid 2004.
Bild:  Polizei Köln dpa

Der Sprengsatz in der Tasche am Bonner Hauptbahnhof soll extrem gefährlich gewesen sein. Laut einem Bericht hätte sie eine verheerende Wirkung gehabt, wie beim Anschlag in Madrid.

"Extrem gefährlich" war offenbar der Sprengsatz, der in einer Tasche am Bonner Hauptbahnhof gefunden worden war. Das berichtet das  Onlineportal faz.net. Die Internet-Nachrichtenseite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) berief sich dabei am Mittwoch auf "hohe Behördenkreise". Wäre die Bombe tatsächlich detoniert, hätte sie nach dieser Darstellung eine ähnlich verheerende Wirkung gehabt wie der Anschlag von Madrid 2004. Dabei waren 191 Menschen ums Leben gekommen. Polizeisprecher Thomas Held sagte zu dem Bericht: "Das ist vorgegriffen, weil der abschließende Bericht einfach noch nicht vorliegt."

Der Zünder der Bombe wurde offenbar zerrissen

Das Portal berichtet weiter, laut Sicherheitskreisen hätten sich in der Tasche mehrere Camping-Gaskartuschen, ein explosionsfähiges Pulver, ein Wecker und Batterien befunden. Das Fehlen eines Zünders wird von faz.net unter Hinweis auf die Behördenkreise damit erklärt, dass die Einsatzkräfte die verdächtige Tasche am Montag mit einer Wasserkanone beschossen hätten. Dabei sei der Zünder "in unzählige Teile zerrissen" worden. Dazu sagte Polizeisprecher Thomas Held, auch das stehe noch nicht fest. Es könne sein, dass der Zünder zerschossen wurde - genauso gut sei aber auch denkbar, dass gar kein Zünder da war. Die Experten des Landeskriminalamtes hätten dies noch nicht geklärt. "Wir haben noch keinen Hinweis auf einen Zünder." Held sagte, die Tasche habe Metallbehälter mit zündfähigem Material enthalten. Von einem Wecker und Batterien sei ihm nichts bekannt.

Die Ermittler gingen davon aus, dass die Taschenbombe eigentlich nicht im Bonner Hauptbahnhof, sondern vermutlich in einem Zug oder an einem anderen belebten Ort hätte deponiert werden sollen, berichtet faz.net.

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Ein erster Tatverdacht gegen die zwei verdächtigen Männer habe sich nach Angaben der Kölner Polizei nicht erhärtet. Daher seien die beiden am Dienstagnachmittag in Gewahrsam genommenen Männer im Laufe des Abends wieder entlassen worden.

Bei einen der Männer handelte es sich um Salafisten

Bei einem der beiden vorübergehend festgenommenen Männer handelte es sich um den Salafisten Omar D., der bereits 2008 auf dem Flughafen Köln/Bonn unter dem Verdacht festgenommen worden war, in den sogenannten Heiligen Krieg ziehen zu wollen. Omar D.s Anwalt Mutlu Günal bestätigte, dass sein Mandant in Gewahrsam genommen worden sei, machte zum Tatvorwurf jedoch keine Angaben. Die Polizei sucht seit Dienstag mit einem Phantombild nach dem Mann, der am Montag eine möglicherweise für einen Sprengstoffanschlag präparierte Tasche auf einem Bahnsteig im Bonner Hauptbahnhof abgestellt haben soll. Er wurde laut Polizei von einem 14 Jahre alten Schüler beschrieben. Die Hintergründe des Vorfalls sind nach wie vor unklar.

Chemikalien in der Tasche waren zündbar

In dem Gepäckstück befanden sich Butangas, Ammoniumnitrat, ein Metallrohr sowie ein Wecker und Batterien. Ammoniumnitrat ist in Dünger enthalten und wird zur Herstellung von Sprengstoff verwendet. Die Chemikalien waren wohl zündbar - ob es allerdings tatsächlich hätte gezündet werden können, war nach den ersten kriminaltechnischen Untersuchungen noch unklar.

Die herrenlose Tasche war am Montag auf einem Bahnsteig am Bonner Hauptbahnhof gefunden worden. Der Bahnhof wurde weiträumig gesperrt und das Gepäckstück mit einem Wassergewehr gezielt gesprengt. dpa/AZ

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