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Christian Ehring

31.03.2016

Dieser NDR-Mann steckt mitten im Satire-Streit um Erdogan

Christian Ehring zog mit einem Satire-Video der NDR-Sendung "Extra 3" den Zorn des türkischen Präsidenten Erdogan auf sich.
Bild: Georg Wendt, dpa

Der Kabarettist Christian Ehring hat in seiner Satire-Sendung "Extra 3" im NDR den türkischen Präsidenten Erdogan zu einem diplomatischen Eklat provoziert. Wer ist dieser Mann?

Kabarettist Christian Ehring steht grundsätzlich im Rampenlicht. Nicht erst seit dem Satire-Video „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ der NDR-Sendung Extra 3 über die fragwürdigen Ansichten und Aktionen des türkischen Präsidenten Recep Erdogan. „Mit dieser Reaktion habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt Ehring. „Offenbar schaut ja sogar Herr Erdogan unsere Sendung. Das freut uns sehr. Aber es ist schon absurd, den Botschafter einzubestellen. Das war wohl ein einzigartiger Vorgang.“

Satire-Sendung "Extra 3": Erdogan als Mitarbeiter des Monats

Ungeachtet der heftigen Proteste aus der Türkei hat der Moderator der NDR-Satiresendung „Extra 3“ nachgelegt und das Video mit türkischen Untertiteln versehen. Außerdem wurde Erdogan zum Mitarbeiter des Monats gekürt. Dabei wollte Ehring das Thema gar nicht mehr groß aufgreifen. „Wir dachten, es wirkt eitel, wenn wir uns selber zu sehr feiern“, sagt der 43-Jährige. Allerdings weiß man im Gespräch mit Ehring nie, was Ironie ist. Denn er fügt hinzu: „Im Interesse einer allgemeinen Versachlichung haben wir den Song noch mal gesendet – mit türkischen Untertiteln.“ Satiremagazin "extra 3" legt gegen Erdogan nochmal nach

Christian Ehring: Der Mann hinter der Erdogan-Satire

Um das Video entstand inzwischen sogar europaweit eine Diskussion zum Thema Presse- und Meinungsfreiheit. „Die Debatte ist inzwischen größer als der Beitrag an sich“, sagt Ehring. „Wir sind schon stolz, das angestoßen zu haben“, sagt er. Er bleibt aber bescheiden. „Das war Zufall. Genauso gut hätte es die ,Anstalt‘ oder die ,heute show‘ treffen können.“

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1972 in Duisburg geboren, wuchs Ehring in der Nähe von Krefeld auf. Als er Ministrant wird und nebenbei Klavier lernt, gewöhnt er sich schon in jungen Jahren an Publikum. Mit 17 gründet er die Schülerkabarettgruppe „Die Scheinheiligen“ – schon bald ein Geheimtipp. Nachdem er zweimal (Jura und Germanistik) sein Studium abbrach, wird er 1998 für das „Düsseldorfer Kom(m)ödchen“ engagiert. Angesprochen hatte ihn Kay S. Lorentz, der Sohn der Kabarettistenschule-Gründer Kay und Lore Lorentz. Seine Karriere ähnelt damit erstaunlich der von Harald Schmidt. Wie der Schwabe ministrierte Ehring als Kind, spielte Kirchenorgel und fing beim „Kom(m)ödchen“ an. „Wir kommen beide aus einem katholisch-bürgerlich geprägten Milieu“, sagt Ehring. „Ich bedaure sehr, dass er nicht mehr auftritt. Er ist vermutlich der Schnellste und Intelligenteste, den wir haben.“

Christian Ehring: "Ball liegt wieder bei Erdogan"

Seit Mai 2009 gehört Ehring zum Team der Grimme-Preis-prämierten „heute show“ im ZDF. Dort steigert der Vater zweier Töchter seine Bekanntheit und wird vom Publikum als Außenreporter oder als Studioexperte mit Moderator Oliver Welke beklatscht. Seine erste eigene große Fernsehmoderation hat der Kabarettist seit 2011 mit der Satiresendung „Extra 3“. Reaktionen auf den neuesten Erdogan-Beitrag gab es übrigens noch nicht. „Der Ball liegt jetzt wieder bei Erdogan“, sagt Ehring. „Nein, im Ernst: Ich rechne damit, dass das Ganze langsam abflacht.“

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