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Australien

08.01.2020

Experte: Buschbrände in Australien töteten eine Milliarde Tiere

Wasser für den geretteten Koala: Zehntausend Beuteltiere sollen gestorben sein.
Bild: Oakbank Balhannah CFS via AP, dpa

Seit Wochen kämpft Australien gegen katastrophale Brände. Unzählige Tiere sind bereits gestorben. Am Freitag könnte sich die Lage nochmals zuspitzen.

Wegen der verheerenden Buschfeuer in Australien sind nach jüngsten Expertenschätzungen mindestens eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen. Alleine im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste seien mehr als 800 Millionen Säugetiere wie Koalas und Kängurus sowie Reptilien und Vögel getötet worden, sagte Chris Dickman, Ökologe und Professor an der Universität Sydney am Mittwoch laut Mitteilung. 

Viele der Tiere seien wahrscheinlich direkt durch die Feuer getötet worden, andere möglicherweise durch Mangel an Nahrung oder andere brandbedingte Umstände. Die Schätzung basiert auf einem Bericht der Tierschutzorganisation WWF von 2007 mit Zahlen zur Dichte der in der Wildnis lebenden Säugetiere (ausgenommen Fledermäuse), Reptilien und Vögel im Staat New South Wales. 

Nicht mitgezählt wurden demnach Frösche, Insekten und andere wirbellose Tiere. Bei den Zahlen handele es sich um sehr vorsichtige Schätzungen, die tatsächliche Anzahl der toten Tiere dürfte deutlich höher liegen, sagte Dickman.

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Meteorologen befürchten für Freitag weitere Zuspitzung

Die zahlreichen Buschfeuer an der Ost- und Westküste des Kontinents haben mittlerweile mehr als 10,7 Millionen Hektar Land zerstört - das ist zusammengenommen eine Fläche größer als Portugal. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben, Tausende verloren in den Flammen ihre Häuser.

Wildtierretter Simon Adamczyk trägt einen Koala aus einem brennenden Wald auf Kangaroo Island, Australiens drittgrößter Insel.
Bild: David Mariuz/AAP, dpa

Nahe Melbourne im Süden des Landes kamen am Mittwoch Menschen an, die mit dem Schiff aus dem abgeschnittenen Küstenort Mallacoota gerettet worden waren. Auf Fotos war zu sehen, wie Männer, Frauen und Kinder schwer bepackt ans Festland in Hastings gebracht wurden. Australien erlebt nach früheren Angaben der Behörden die größte Evakuierungsaktion in Friedenszeiten: Zehntausende Menschen mussten allein im Südosten des Kontinentalstaates ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen.

Am Freitag könnte sich die Lage noch einmal zuspitzen: Dann werden in den Brandgebieten teilweise Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet, dazu könnte Wind die Feuer anfachen. Gute Nachrichten gab es aber auch: Das sogenannte Megafeuer bei Gospers Mountain im Nordwesten Sydneys könnte bis Freitag eingedämmt sein, schätzte der für Notfälle zuständige Minister von New South Wales, David Elliot.

Papst Franziskus: "Stehe dem australischen Volk nahe"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Mittwoch den Betroffenen der Brände seine Anteilnahme aus. "Wir trauern mit allen Australierinnen und Australiern um die Opfer dieser Katastrophe", sagte das Staatsoberhaupt laut Mitteilung. Er beklagte die enormen Schäden in Städten und Gemeinden sowie die Zerstörungen von Natur und Tierwelt.

Auch Papst Franziskus sprach den Menschen in Australien seine Anteilnahme aus. Er rufe zum Gebet für die Menschen auf, "in diesem schwierigen Moment, mit diesem starken Feuer", sagte er bei der Generalaudienz am Mittwoch in Rom. "Ich stehe dem australischen Volk nahe." (dpa)

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