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Kamerun
18.08.2019

Frachtschiff von deutscher Reederei von Piraten überfallen

Das Firmenschild der Reederei MC-Schiffahrt. Piraten haben ein Frachtschiff der Hamburger Reederei vor der Küste Kameruns überfallen.
Foto: Markus Scholz, dpa

Ein Frachter einer deutschen Reederei ist vor der Westküste Afrikas von Piraten überfallen worden. Die Seeräuber haben mehrere Besatzungsmitglieder verschleppt.

Vor der Küste Kameruns haben Piraten ein Frachtschiff einer deutschen Reederei überfallen und mehrere Seeleute entführt. Wie das Hamburger Unternehmen MC-Schiffahrt auf seiner Homepage mitteilte, kamen die Seeräuber in der Nacht zum Donnerstag an Bord der "MarMalaita", die in der Millionenstadt Duala vor Anker lag. Die Piraten hätten acht der zwölf Besatzungsmitglieder mitgenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Crewmitglieder möglicherweise nach Nigeria verschleppt worden. 

Drei der Entführten sind Russen, wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Zur Nationalität der übrigen Crewmitglieder gab es zunächst keine Informationen. "Wir stehen mit den Familien unserer Seeleute in Kontakt und hoffen, die Situation schnellstmöglich lösen zu können", teilte die Reederei am Samstag mit. Man kooperiere in dem Fall mit allen relevanten Behörden. 

Nach Angaben des International Maritime Bureau (IMB), das Kriminalitätsfälle auf den Weltmeeren erfasst, gab es nur etwa eine Stunde zuvor in der Region einen ganz ähnlichen Überfall. Dabei enterten die Piraten einen Massengutfrachter, stahlen Eigentum der Crew und des Schiffseigners und nahmen neun Besatzungsmitglieder mit.

Piraten wollen Lösegeld für verschleppte Seeleute erpressen

Normalerweise würden die Gefangenen von Kamerun nach Nigeria verschleppt, sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in London. Dort müssten sie ausharren, bis die Verhandlungen um das Lösegeld beendet seien. Details zu den aktuellen Fällen wollte er aber aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

Piratenüberfälle kommen sehr häufig an der Küste Westafrikas vor. Nach Angaben des Auswärtigen Amts besteht vielerorts in Kamerun ein hohes Entführungsrisiko. Erst Mitte Juli war ein türkischer Frachter auf der Fahrt von Kamerun zur Elfenbeinküste vor der Küste Nigerias attackiert worden. Bei diesem Angriff hatten die Piraten zehn Besatzungsmitglieder entführt.

MC-Schiffahrt wurde nach eigenen Angaben 1986 in Hamburg gegründet. 33 Mitarbeiter seien in Hamburg beschäftigt, rund 400 Mann fahren demnach zur See. (dpa)

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