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Lindau
16.09.2016

Sie soll ihre neunjährige Tochter erstickt haben - Mutter schweigt

Die Mutter des toten Mädchens sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.
Foto: Polizei

Die Ermittler gehen davon aus, dass die 47-jährige Mutter aus Lindau ihre Tochter erstickt hat. Es gibt Hinweise auf das Tatmotiv.

Die am Mittwoch tot aufgefundene neunjährige Schülerin aus Lindau ist mit großer Wahrscheinlichkeit „mit einem weichen Gegenstand“ erstickt worden. Dieses Obduktionsergebnis gab die Polizei Donnerstagabend bekannt. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass die 47 Jahre alte Mutter des Kindes die Tat verübte.

In diesem Haus in der Rotmoosstraße in Lindau-Reutin, wurde ein neunjähriges Mädchen tot in einer Wohnung gefunden.

Polizeibeamte hatten das Kind am Mittwochmittag in dem Mehrfamilienhaus im Lindauer Stadtteil Reutin entdeckt, nachdem sie die Wohnungstüre aufgebrochen hatten. Zuvor hatte die Reutiner Grundschule das Mädchen als vermisst gemeldet, da es nicht zum Unterricht erschienen war.

Der Notarzt konnte nur noch den Tod der Neunjährigen feststellen. Zudem fanden die Beamten in der Wohnung die Mutter, die sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befand. Sie wurde mit dem Verdacht auf einen massiven Medikamentenmissbrauch ins Krankenhaus gebracht.

"Schwere familiäre Belastung" als Tatmotiv

Inzwischen ist die 47-Jährige außer Lebensgefahr. Sie sei vernehmungsfähig, mache aber keine Angaben zu dem Fall, sagte Polizeisprecher Christian Eckel. Gegen die Frau erging gestern ein Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags-Verdachts. Die 47-Jährige sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.

Als Tatmotiv könnte eventuell „eine schwere familiäre Belastungssituation“ in Frage kommen, heißt es im Bericht der Polizei. Nach Informationen unserer Zeitung war im Sommer der Vater des Kindes gestorben. Die Polizei machte dazu keine näheren Angaben.

Im nachbarschaftlichen Umfeld hat der Fall Entsetzen und Trauer ausgelöst. Das getötete Mädchen sei immer fröhlich gewesen, sagte eine Hausbewohnerin. Da die Frau nicht in ein psychiatrisches Krankenhaus, sondern in eine Justizvollzugsanstalt untergebracht worden ist, hält die Staatsanwaltschaft die 47-Jährige offensichtlich für schuldfähig. Um diese Frage wird es vermutlich in dem folgenden Prozess vor dem Kemptener Landgericht gehen. AZ

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