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Rassismus-Vorwürfe
20.01.2020

"Die Simpsons": Sprecher will Apu nicht mehr synchronisieren

Schauspieler Hank Azaria will den "Simpsons"-Supermarktbetreiber Apu nicht mehr synchronisieren. Der Sprecher reagiert damit auf die anhaltenden Rassismus-Vorwürfe gegen die Serie.
Foto: Willy Sanjuan/Invision/AP, dpa (Archiv)

Die Rassismus-Debatte um den indischen Seriencharakter Apu spaltet die Fangemeinde der "Simpsons". Schauspieler Hank Azaria will die Figur nicht mehr sprechen.

Er ist ein Urgestein der "Simpsons": der indischstämmige Supermarkt-Betreiber Apu Nahasapeemapetilon. Seit Staffel 1 der beliebten Serie belustigt der Besitzer des "Kwik-E-Mart" im fiktiven Springfield die Fans - was freilich auch daran liegt, dass Apu sämtliche Stereotypen bedient, die Indern gemeinhin zugeschrieben werden.

"Die Simpsons": Apu vereint viele Stereotype über US-Inder auf sich

Doch der Zeitgeist meint es nicht gut mit Apu: Der Einzelhändler, der nach Ablauf seines Studentenvisums illegal im Land blieb, die Nächste durcharbeitet, eine arrangierte Ehe führt, Vater von acht Kindern ist und es mit den Haltbarkeitsdaten seiner Waren nicht sonderlich genau nimmt, ist bereits seit mehr als zwei Jahren Gegenstand einer handfesten Rassismus-Debatte in den USA.

Noch steht nicht fest, was die Schöpfer der zum Weltkonzern Disney gehörenden Serie mit dem - ursprünglich sehr beliebten - Charakter vorhaben. Der Synchronsprecher der Figur, US-Schauspieler Hank Azaria, setzt nun ein Zeichen: Wie der Branchendienst Slashfilm berichtet, will Azaria Apu seine Stimme nicht weiter leihen.

Apu-Sprecher Azaria will Moe und Chief Wiggum weiter synchronisieren

Auf seine Rollen als Moe, Chief Wiggum und "Comicbuch-Verkäufer" soll der Rückzug allerdings keinen Einfluss haben. Dem Portal sagte Azaria, man habe die Entscheidung mit den Machern "gemeinsam getroffen".

 

Zum Start der Serie im Jahr 1989 ging Apu noch als netter Seitenhieb auf die "typischen" US-Inder durch - Zuwanderer mit Familie und starkem Akzent, meist als Kleinunternehmer im Einzelhandel oder Hotelgewerbe aktiv. Dass sich viele Anhänger der Trickserie heute differenzierter mit Apu und den ihn umgebenden Klischees auseinandersetzen, liegt vor allem an dem Regisseur Hari Kondabolu, selbst indischstämmig und Autor der Dokumentation "The Problem with Apu", die bereits im Jahr 2017 veröffentlicht wurde.

"The Problem with Apu": Indischstämmiger Regisseur fordert Veränderung der Figur

Kondabolu schildert darin, wie er als Kind unter den Hänseleien anderer Kinder litt, die in seinem Beisein Apus Stimme imitierten. Der Film beschäftigt sich über die Kontroverse um Apu hinaus mit sogenannten Mikroaggressionen gegen Menschen indischer Herkunft. Seit Veröffentlichung der Dokumentation hat der Filmemacher Morddrohungen erhalten - wohl von Fans, die zu starke Veränderungen ihrer Lieblingsserie befürchten.

Dabei fordert Kondabolu gar nicht, die Figur ganz zu entfernen. Auf Twitter schrieb er am Freitag, er hoffe, dass mit dem Charakter "etwas Interessantes" angestellt werde. (dfl)

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