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Schule
04.07.2017

Studie: Wenn Schüler viel lachen, haben sie bessere Noten

Wenn ein Lehrer den Unterricht unterhaltsam aufbereitet, machen Kinder besser mit. Das haben Augsburger Forscher herausgefunden.
Foto: Franziska Kraufmann, dpa

Augsburger Forscher haben den Humor deutscher Lehrer untersucht. Psychologin Sonja Bieg erklärt, wie lustiger Unterricht den Schülern hilft und welche Witze tabu sein sollten.

Prüfungen, Ausfragen, dazu die persönlichen Problemfächer: Man könnte meinen, als Schüler hat man nicht viel zu lachen. Frau Bieg, heitern wenigstens die Lehrer in Deutschland den Unterricht auf?

Sonja Bieg: Wir haben für unsere Studie mehr als 70 Schulklassen untersucht und dabei über 1500 Schüler befragt, um herauszufinden: Welche Art von Humor gibt es an deutschen Schulen? Unser Ergebnis: Insgesamt wird Humor im Unterricht eher selten wahrgenommen.

Gleichzeitig haben Sie herausgefunden, dass Humor im Klassenzimmer sogar den Lernerfolg fördert. Machen Lehrer also besseren Unterricht, wenn sie selbst gerne lachen?

Sonja Bieg: So allgemein kann man das nicht sagen. Es kommt auf die Art des Humors an. Er muss sich auf den Lerngegenstand beziehen. Wenn die Lehrkraft im Unterricht lustige Beispiele bringt, eine persönliche Anekdote erzählt oder lustige Videos zeigt, die sich auf das Thema beziehen, dann sind die Aufmerksamkeit und das Interesse da und dann lernen die Schüler leichter. Für die Lehrer-Schüler-Beziehung ist es auch förderlich, wenn der Lehrer über sich selber lacht, einfach mal als Mensch rüberkommt.

Wie viel Lachen ist gut für den Unterricht, wann wird es albern?

Bieg: Es gibt Studien, die sagen, bis zu dreimal pro Stunde ist gut. Auch wir sind der Meinung, dass die Lehrkraft Humor wohldosiert einsetzen sollte, damit sie nicht als Clown rüberkommt und an Glaubwürdigkeit verliert.

Wie in der Gesellschaft gibt es sicher auch unter Lehrern Menschen, die einfach keinen Humor haben. Kann man Ihrer Ansicht nach lernen, unterhaltsam zu sein?

Bieg: Es ist natürlich möglich, sich zu Hause zu überlegen, wie man eine Aufgabe stellen kann, die unterhaltsam ist. Aber Humor lebt auch von Interaktion und Spontaneität. Das ist natürlich nicht so leicht erlernbar, das ist der Persönlichkeit zuzuschreiben. Niemand sollte zwanghaft versuchen, lustig zu sein. Wir gehen auch nicht so weit zu sagen, dass Humor sein muss, damit die Schüler etwas lernen. Es ist einfach eine Möglichkeit unter vielen, den Unterricht interessanter zu gestalten.

Sie haben in Ihrer Studie mehrere Arten von Humor analysiert. Eine davon bezeichnen Sie als aggressiv. Was heißt das?

Bieg: Das heißt, dass der Humor gegen die Schüler gerichtet ist, dass der Lehrer sich über ihre Intelligenz, ihren Kleidungsstil, ihre Interessen lustig macht. Alle lachen, bis auf den betroffenen Schüler. Das zieht die Aufmerksamkeit vom Stoff weg und geht in Richtung Mobbing. Solch aggressiver Humor wird leider auch von Lehrern eingesetzt.

Was machen Sie jetzt mit Ihren Ergebnissen?

Bieg: Wir würden gerne ein Training entwickeln und den Lehrern zeigen: So könnt ihr Humor einsetzen. Ich biete hier an der Uni Augsburg schon ein solches Seminar für Studenten an. Es wird sehr viel gelacht – und gelernt (lacht).

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