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17.10.2009

"Spatzen"-Chef: Volksmusik hilft in Krisenzeiten

«Spatzen»-Chef: Volksmusik hilft in Krisenzeiten
Bild: DPA

Riesa (dpa) - Die "Kastelruther Spatzen" setzen auf die heilsame Wirkung von Volksmusik in Krisenzeiten.

"In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen es den Leuten nicht so gut geht, möchte jeder gern mal abschalten. Zumindest in der Fantasie kann man sich eine heile Welt herbeisehnen. Dazu passt unsere Musik ideal", sagte der Sänger der Erfolgsband, Norbert Rier, am Samstag in Riesa der dpa. Am Abend stand dort die ARD-Unterhaltungsshow "Das Herbstfest der Volksmusik" auf dem Programm. Die "Kastelruther Spatzen" aus Südtirol gehören zu den Stars der Branche und führen mit zwölf Titeln die Liste der Echo-Preisträger unangefochten an.

Nach den Worten Riers (49) fühlen sich viele Menschen angesichts tagtäglicher Krisenmeldungen niedergeschlagen. "Wir möchten ein wenig aufmuntern, motivieren." Denn auch Feierstimmung sei wichtig. Es gehe darum, die Menschen auf das Schöne in der Natur aufmerksam zu machen. "In der Welt der Computer und der Technik geht das leicht verloren. Viele jungen Menschen sind gar nicht mehr imstande, richtig hinzuschauen. Die betrachten die Welt nur noch durch das Internet", erklärte der Musiker, der hauptberuflich zu Hause eine Landwirtschaft und eine Pferdezucht betreibt. "Wir haben das Glück, in einer wunderschönen Bergwelt zu Hause zu sein. Das macht uns zufrieden."

Für die "Spatzen" sei Bodenständigkeit Teil des Erfolgs. "Man sollte nie vergessen, dass dies alles den Fans zu verdanken ist", sagte Rier und verwies darauf, wie schnell sich dies ändern könne. "Gerade junge Künstler glauben nach den ersten Erfolgen oft, jetzt liegt ihnen die Welt zu Füßen. Dabei ist die Branche schnelllebig." Die "Spatzen" hätten bei der Echo-Verleihung oft gesehen, dass da plötzlich einer im Mittelpunkt stehe, der schon ein Jahr später keine Erwähnung mehr finde.

Nach mehr als 25 Jahren im Geschäft denken die Kastelruther noch nicht ans Aufhören. Ein Ende der Bühnenkarriere würde Rier aber nicht aus der Bahn werfen: "Sollte es die "Spatzen" irgendwann nicht mehr geben, dann geht das normale Leben weiter." Für ihn wäre das keine extreme Umstellung. "Es ist etwas sehr Schönes, auf der Bühne im Rampenlicht zu stehen, wenn man die Begeisterung der vielen Fans sieht. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt." Touren nach Übersee plant die Band nicht, auch wenn die Fangemeinde bis nach Brasilien und Australien reicht. "Fernsehsendungen sind heute weltweit zu sehen. Der Stress weiter Reisen bleibt uns so erspart."

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