Newsticker
Verwaltungsgerichtshof kippt vorläufig 2G-Regel im Einzelhandel, Staatsregierung setzt das Urteil um
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Tatort-Kritik: Weimarer Tatort "Der treue Roy" mit Tschirner und Ulmen war genial

Tatort-Kritik
24.04.2016

Weimarer Tatort "Der treue Roy" mit Tschirner und Ulmen war genial

Die Hauptkommissare Kira Dorn (Nora Tschirner, re.) und Lessing (Christian Ulmen) bei ihren Ermittlungen im Tatort heute.
Foto: MDR/Anke Neugebauer

Beim Weimarer Tatort gab es verbrannte Knochen, Humor und Dramatik: Der neue Fall aus Weimar war der beste Tatort seit Langem. Warum "Der treue Roy" so gut war.

Da mag „Der treue Roy“ noch so treu gewesen sein, am Ende bestand er aus einem Haufen verbrannter Knochen. Weil der Stahlarbeiter in die glühende Schlacke eines Hochofens gefallen ist. Oder reingeworfen wurde, wie das Kommissarduo Kira Dorn (Nora Tschirner) und der vornamenlose Lessing (Christian Ulmen) vermutete. Oder vielleicht ist alles doch ganz anders? Ihr Chef sagte: „So muss es in Pompeji gewesen sein.“

Dritter "Tatort" aus Weimar: Roy in der Schicksalsgemeinschaft

Der dritte „Tatort“ aus Weimar war das Beste, was man in den vergangenen Monaten auf dem Krimi-Sonntagabend-Sendeplatz gesehen hat. Weil die Story um einen verzweifelten Mann einen wunderbaren Bogen schlug vom Melodram über eine etwas unbeholfene Tätersuche bis hin zum Komödiantischen. Da schlugen die Weimarer auch die Kollegen aus Münster, die vorwiegend von ihren Gags leben.

Darum ging es im Tatort "Der treue Roy"

„Der treue Roy“, der nicht ganz so treu war, bildete mit seinem Freund Karsten und seiner Schwester Siegrid eine dramaturgisch brillant erzählte Schicksalsgemeinschaft. Roy war mitverantwortlich, dass Karsten, Siegrids Bräutigam, bei einem tragischen Unfall ein Bein verlor.

Es ging um Lügen, Lottoschwindel und Menschen, denen das Leben keine Chance fürs Glück lässt. Moralische Kategorien spielten kaum eine Rolle und Dorn/Lessing haben dafür ein Gespür. Fast beifällig trugen die auch privat verbundenen Partner ihre Wortgefechte aus. Als Lessing seine Vergangenheit gestand, in der Kakteen eine Rolle spielten, räsonierte die Dorn: „Ich opfere meine besten Jahre für einen gescheiterten Kaktussammler!“

Fritzi Haberlandt glänzt

Obwohl Lessing schon mal Goethe zitierte, zeigte dieses Weimar proletarische Hinterhöfe, Plattenbauten und Wohnwagen. Wie erwartet, mochte man meinen. Aber wo anders hätte die psychisch angeknackste Siegrid mit ihren Billigklamotten und Liebestötern hingepasst? Dazu brauchte es eine große Vorstellung des üblichen „Tatort“-Gaststars: Fritzi Haberlandt spielte die Rolle mit Bravour.

Der Tatort lockt Sonntag für Sonntag Millionen vor den Fernseher. Aber wer ermittelt eigentlich wo? Diese  Kommissare bzw. Teams sind derzeit im TV-Einsatz.
23 Bilder
Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Foto: Thomas Kost, WDR/Molina Film
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.