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Wandernde Kunstbiennale
30.06.2014

Manifesta in St. Petersburg sorgt schon bei Eröffnung für Proteste

Auf der Manifesta: "Abschlag" hat der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn seine Installation genannt.
Foto: Anatoly Maltsev (dpa)

Die wandernde Kunstbiennale Manifesta ist bis zum 31. Oktober in St. Petersburg. Die weltberühmte Eremitage soll in Russland an Tabus kratzen. Prominente Russen protestieren.

Vier Monate lang soll die Manifesta in St. Petersburg ein Gastspiel geben. Doch schon vor und zur Eröffnung gibt es zahlreiche Proteste und Boykottaufrufe. Grund dafür ist die reichlich politische Kunst, die bei der Biennale zu finden ist. Denn einige Arbeiten setzten sich mit Wladimir Putin und der russischen Opposition auseinander.

Die Eremitage ist eines der weltweit bedeutendsten Museen und feiert dieses Jahr ihr 250-jähriges Bestehen. Die Manifesta ist ein offizieller Teil des Jubiläums, rund 500.000 Besucher werden erwartet. Unter den Werken von rund 50 Künstlern befinden sich auch Klassiker der zeitgenössischen Kunst wie Gerhard Richter und Jospeh Beuys.

Manifesta: Künstler stellen Werke im Zeichen des Protests aus

Grund für die Boykottaufrufe und Proteste ist, dass im Blickpunkt vor allem eine Auseinandersetzung mit der Homosexualität steht - und nicht nur die großen kulturellen Traditionen Russlands wie Ballett. In dem Riesenreich gibt es ein Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda", das verbietet, in Gegenwart Minderjähriger positiv über Lesben und Schwule zu reden.

Wenn auf der Manifesta also Bilder von Homosexuellen sind, darf es aus rechtlichen Gründen keinen klaren Hinweis darauf auf den Bildern geben. Und es gibt entsprechende Bilder, beispielsweise von der Künstlerin Marlene Dumas. Sie hat Porträts prominenter Russen gemalt, die homosexuell sind, zum Beispiel Komponist Peter Tschaikowski oder Ballettstar Rudolf Nurejew.

Konservativer Politiker schimpft auf "Fans der Perversen" auf der Manifesta

Der Politiker Witali Milonow hat die Wanderbiennale Manifesta als "abartig" bezeichnet. Schließlich befänden sich Tausende von Werken in den Depots, die Eremitage aber stelle nur "talentfreie antikünstlerische Schmiererei" aus, machte er seiner Wut auf Twitter Luft. Das Museum sei "keine Privatbude von Fans der Perversen", so der Politiker.

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Doch nicht nur konservative Politiker protestieren. Auch viele Künstler riefen zum Boykott auf, um gegen die umstrittene Politik Russlands zu protestieren. Die Biennale hatte sich dennoch für St. Petersburg als Austragungsort entschieden. Die Eremitage will russisch-orthodoxen Aktivisten und anderen Gegnern nicht klein beigeben. dpa/sh

ARCHIV - Bemalt und eng umschlungen nehmen diese drei Männer am 22.06.2013 am diesjährigen Umzug zum Christopher Street Day (CSD) vor dem Brandenburger Tor in Berlin teil. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
16 Bilder
Nackter und bunter Christopher Street Day 2014
Foto: Wolfgang Kumm
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