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Polizeigewerkschaft

02.04.2018

Abschiebung und härtere Strafen bei Messerattacken gefordert

Nach den wiederholten Messerattacken fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft, diese als versuchtes Tötungsdelikt einzustufen.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Polizeigewerkschaft fordert, gezielte Stiche gegen Menschen nicht als gefährliche Körperverletzung, sondern als versuchtes Tötungsdelikt einzustufen.

Angesichts wiederholter Messerattacken fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), gezielte Stiche gegen andere Menschen als versuchtes Tötungsdelikt einzustufen und nicht nur als gefährliche Körperverletzung. "Damit kann sofortige Untersuchungshaft angeordnet werden und im Falle, dass die Tat von einem Flüchtling ausging, auch eine konsequente Abschiebung erfolgen", teilte die DPolG auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Hier müsse die neue Justizministerin Katarina Barley (SPD) tätig werden.

Messerattacken: Diese Strafen fordert die Polizeigewerkschaft

Aus Sicht der DPolG sollten Attacken mit Messern und ähnlichen Gegenständen ein Verbrechenstatbestand mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe sein. Aktuell würden Messerstiche "immer noch als gefährliche Körperverletzung gewertet". Dafür gebe es zwar eine Höchststrafe, aber eben keine Mindeststrafe. Erst wenn jemand getötet wurde, werde die Tat als Totschlag oder Mord bewertet. "Und das ist falsch, denn es ist purer Zufall, ob nach einem Messerstich jemand tot ist oder nicht."

Die DPolG macht sich zudem - ebenso wie die konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) - dafür stark, mit Messern begangene Straftaten bundesweit zu erfassen, um ein besseres Lagebild zu erhalten. Die GdP spricht von "offenbar" zunehmenden Messerattacken in Deutschland, einen Beleg dafür gibt es mangels bundesweiter Statistik aber nicht. In den vergangenen Monaten kam es in Deutschland mehrfach zu tödlichen Messerattacken unter Jugendlichen oder jungen Erwachsenen.

Zahl junger männlicher Migranten unter den Messerangreifern sei "auffallend"

"Messer sind leicht verfügbar, schnell zu besorgen und leicht zu transportieren und werden insbesondere von jungen Männern gebraucht", erläuterte die DPolG. "Es genügt die kleinste Auseinandersetzung, da wird das Messer schon gezückt." Die DPolG sprach davon, dass die Zahl junger männlicher Migranten unter den Messerangreifern "auffallend" sei. (dpa)

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