Newsticker
Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen für einige Risikopatienten
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Afghanistan: Tote und Verletzte bei afghanischer Präsidentenwahl

Afghanistan
28.09.2019

Tote und Verletzte bei afghanischer Präsidentenwahl

Afghanische Soldaten stehen in der Nähe eines Wahllokals Wache. Mehr als 72.000 Soldaten, Polizisten und Geheimdienstmitarbeiter sollen die Wahl sichern.
Foto: Ebrahim Noroozi/AP, dpa

Afghanistan wählt einen neuen Präsidenten. Die Wahl begleiten Gewalt und Beschwerden über organisatorische Mängel.

Die Präsidentenwahl in Afghanistan wird von Gewalt und Berichten über Organisationsmängel begleitet. Nach Anbgaben von Behördenvertretern sind in mehreren Provinzen mindestens drei Menschen getötet und 24 verletzt worden. Gleichzeitig berichteten Wahlbeobachter am Samstag von Schwierigkeiten mit Wählerlisten. Wähler, die sich zur Wahl registriert hätten, könnten ihre Namen nicht in den Listen ihres Wahlbüros finden.

Taliban hatte Angriffe auf Wahllokale in Afghanistan angekündigt

Mehr als 9,6 Millionen Menschen, rund ein Drittel davon Frauen, sind dazu aufgerufen, einen Präsidenten zu wählen. Die Abstimmung in dem kriegszerrissenen Land läuft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die islamistisch-militanten Taliban hatten angekündigt, den Wahlgang anzugreifen.

Bei der Explosion einer Mine in einem Wahllokal in der östlichen Provinz Nangarhar im Bezirk Surchrod seien mindestens eine Person getötet und drei verletzt worden, sagte der Provinzrat Sohrab Kaderi. In der nördlichen Stadt Kundus wurden bei Raketeneinschlägen ein Wahlbeobachter getötet und ein Polizist verwundet, hieß es von Behördenvertretern. Bei Einschlägen von Mörsergranaten unweit von Wahllokalen in der östlichen Provinz Paktika, Paktia und Kunar seien ein Kind getötet, vier Kinder und zwei Erwachsene verletzt worden. 

Zudem wurden mindestens 13 Zivilisten und ein Polizist in der südlichen Stadt Kandarhar verletzt, als eine in einem Lautsprecher einer Moschee versteckte Bombe detonierte. Auch aus der Hauptstadt Kabul gab es Berichte über kleinere Explosionen und Verwundete.

Unstimmigkeiten und Probleme bei Wahlen in Afghanistan

Nach Berichten unabhängiger afghanischer Wahlbeobachter konnten vielerorts Wähler wegen mangelhafter Wählerlisten ihre Stimme nicht abgeben. Andere Namen seien nicht in den digitalen Listen der biometrischen Geräte zu finden, sagte der Chef der unabhängigen Wahlbeobachtungsorganisation FEFA, Jusuf Raschid. 

Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) hatte vor der Wahl erklärt, Wählerstimmen ohne biometrische Erfassung seien ungültig. Damit soll Wahlfälschung verhindert werden. Vor der Wahl waren die Wählerlisten der Stimmbüros daher auch auf biometrische Geräte gespielt worden. Sie erfassen unter anderem zwei Fingerabdrücke und Fotos der Wähler, bevor diese ihre Stimme abgeben. Danach wird ein Aufkleber mit QR-Code gedruckt und auf den Stimmzettel geklebt. 

Aus mehreren Provinzen berichteten Provinzräte von einer geringen Wahlbeteiligung. Vor allem Frauen sollen ferngeblieben sein. Analysten zufolge gibt es mindestens 13,5 Millionen Wahlberechtigte in Afghanistan. Mehr als 9,6 Millionen Afghanen sind zur Wahl registriert. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 stimmten rund 8 Millionen Menschen ab. Wegen der schlechten Sicherheitslage und Enttäuschung über die Regierung gingen manche afghanische Experten im Vorfeld der Wahl davon aus, dass lediglich 1,5 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben werden. 

18 Kandidaten stehen auf dem Stimmzettel, vier von ihnen haben ihre Kandidatur mittlerweile zurückgezogen. Realistische Chancen auf einen Sieg haben der amtierende Präsident Aschraf Ghani und sein Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. 

Erste vorläufige Resultate sollen am 19. Oktober veröffentlicht werden, die offiziellen am 7. November. Erhält kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, geht es in eine Stichwahl der beiden bestplatzierten Kandidaten, voraussichtlich Ende November.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier .

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.