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Erich Priebke: SS-Offizier darf nicht in Argentinien bestattet werden

Erich Priebke

SS-Offizier darf nicht in Argentinien bestattet werden

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    Die Leiche des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke - hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 1996 - wird nicht in Argentinien bestattet.
    Die Leiche des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke - hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 1996 - wird nicht in Argentinien bestattet. Foto: Massimo Capodanno/ANSA/dpa/Archiv

    Argentinien will die sterblichen Überreste  des am Freitag in Italien verstorbenen NS-Kriegsverbrechers Erich  Priebke nicht annehmen. "Außenminister Hector Timerman hat den  Befehl erlassen, nicht die geringsten Bestrebungen zur Rückführung  der Leiche (...) in unser Land hinzunehmen", teilte das  Außenministerium in Buenos Aires über den Kurznachrichtendienst  Twitter mit. "Argentinien wird diesen Affront gegen die  Menschenwürde nicht akzeptieren." Jüdische Organisationen im Lande  begrüßten die Entscheidung.

    NS-Kriegsverbrecher darf nicht in Argentinien beigesetzt werden

    Der 100 Jahre alte einstige SS-Offizier, der als einer der letzten  noch lebenden Nazi-Verbrecher galt, war in Rom gestorben und sollte  neben seiner Ehefrau in Argentinien beerdigt werden, wie sein  Anwalt Paolo Giachini mitteilte. Priebke stand in Giachinis Wohnung  unter lockerem Hausarrest, nachdem er 1998 in Italien wegen eines  Massakers im März 1944 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.  Er war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen und  hatte zeitlebens keine Reue gezeigt.

    Bis 1994 hatte Priebke vierzig Jahre lang unbescholten unter seinem  echten Namen in einem Badeort in Argentinien gelebt. Dann entdeckte  ihn ein nach Nazis recherchierender US-Journalist, und der einstige  SS-Offizier wurde nach Italien ausgeliefert. Dort wurde er wegen  des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom verurteilt, doch  nur ein Jahr später kam er wegen seines angeblich schlechten  Gesundheitszustands und hohen Alters wieder aus dem  Militärgefängnis frei und in Hausarrest.

    SS-Offizier lebte jahrelang unbescholten in Argentinien

    Am 23. März 1944 hatten italienische Partisanen mit Bomben 32  Männer einer deutschen Polizeieinheit getötet. Nur einen Tag nach  dem Anschlag führten SS-Truppen insgesamt 335 ahnungslose Männer in  die Höhlen, um sie zu erschießen. Priebke soll als Hauptsturmführer  die Namensliste der Opfer geführt haben, unter denen 75 Juden  waren. Er gestand außerdem, zwei Gefangene selbst erschossen zu  haben.

    Eine Entschuldigung oder Reue waren von Priebke nie zu hören  gewesen. Er bestand vielmehr darauf, dass er Befehle befolgt habe  und die Ermordung der Männer nicht hätte verhindern können. Für  umso mehr Aufsehen sorgten in den vergangenen Jahren Bilder des  augenscheinlich unbeschwerten Lebens des Kriegsverbrechers in Rom. afp/dpa/AZ

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